Paris Juni 2015 – Frühling!

Es ist Frühling in Paris. Die Luft duftet wie Paris im Frühling. Es ist heiss. Die Sonne brennt auf die antiken Steine der Boulevards, Rue.. s Trottoirs … Die Hitze bringt eine typische Stille mit sich, die auch durch den Lärm der Autos und Motocyclettes nicht gebrochen werden kann. Alles ist verzaubert, Paris und Sonne, ich erblicke unübertreffliche Schönheit wohin mein Auge sieht. Inbegriff der wunderbaren Schaffenskraft der Menschen.

Der Schatten ist kühl, wie ein liebender Hauch umarmt er mich, streichelt meine Schweißtropfen – fühlt sich richtig gut an. Zarte Lüfte bewegen sich in den Schatten und bringen den Geruch von trockenem Staub, glühendem Pflaster und schmelzendem Teer mit sich. Diese Mischung versetz mich sofort in meine Kindheit zurück!

Rue Saint Anastase 

Ich erinnere mich an die Wohnung im ersten Stock am Place de la Republik, dort war es im Sommer immer heiss, alle Fenster standen weit offen. Die Lüfte trugen die Klänge der engen Rue St. Anastase mit sich. Ununterbrochenes Hupen und laute Gespräche. Verhandlungen über Knöpfe und Stoffe wurden auf der Straße geführt, fluchende rauchende Franzosen entluden schwere Stoffballen aus Lieferwagen mit laufendem Motor. Aus der Küche drang der unglaublich paradiesische Duft von Melonen. Die Freundin meine Mutter kochte Couscous. Ah! Mit Kichererbsen. Die waren für mich das Highlight des Gerichtes. Vollgesogen mit dem Aroma der Suppe in der sie stundenlang Seite an Seite mit Lamm, Rindfleisch und Gemüse gekocht hatten. In meine Erinnerung mischt sich nun das Geräusch des Fernsehers aus dem Wohnzimmer. Ich sehe den kleinwüchsigen grauen Gaston vor mir, wie er auf der Couch vor dem Fernseher sitzt. Niemals hatte ich Gaston ohne eine Gauloise im Mundwinkel gesehen. Der graue, bittere, beissende Geruch und Gaston waren eins. Ich weiss, es war wundervoll. Es war so wundervoll, dass ich Abends nicht einschlafen wollte, weil ich die abendliche, nächtliche Mischung von allem so wunderbar fand, ich wollte nicht eine Minute davon verschlafen. 

Paris, Juni 2015 – ELLE

Und urplötzlich möchte ich sie sein. ….eine hochgewachsene, kantige, hagere Parisienne, dunkelhaarig, mit ausgeprägten Wangenknochen, vollen Lippen und operierter Nase. Sie lebt auf dem Boulevard St. Michelle im 5. Stock in einer 450 qm Wohnung mit Blick über die Seine und auf Notre Dame. Über ihr, im Dachgeschoss ist das Hausmeisterehepaar, Mme et M. Jablon, untergebracht und ihre 3 Aupairs für ihre 2 Kinder Colette et Alain. Sie haben den Auftrag mit den beiden jeweils ihre Muttersprache zu sprechen. Englisch, Spanisch und Russisch. Jeden Morgen öffnet Sie die Glastüren zum Boulevard um auf dem meterlangen Balkon vor den schwarzen, schmiedeeisernen Geländern Platz zu nehmen.

 

Natürlich rauche ich! Mein duftender Café steht neben mir. Heute werden die neuen Werke des „noch“ unbekannten Künstlers aus New York angeliefert. Bei meiner letzten Reise habe ich ihn entdeckt – Neo! Welche Begabung! Merveilleus! Mais oui! Bien sur ist er einer meiner Liebhaber! Einige Gemälde sind so groß, dass sie nur über eine Feuerwehrleiter durch die Balkontür passen. Am kommenden Weekend ist die Vernissage. Hierzu erwarte ich die ganze Haute Volé de Paris und Nizza. Dort verbringe ich die Sommer, wenn es in Paris zu heiss ist.

Nachdenklich betrachte ich das Ambiente. Die Räume wurden vom bekanntesten Innenarchitekten Frankreichs speziell zu diesem Ereignis umgestaltet. Meine Gedanke schweifen zurück. Er und sein langjähriger Geliebter haben erst kürzlich geheiratet. Das Fest wurde in einem der Seitenflügel des Louvre gefeiert. Diniert haben wir im Jardin des Tulleries in der Rue Rivolie. Der Bereich war mit Eisengittern abgeriegelt. Vor jedem dieser stand ein dunkelhäutiger, muskulöser Bodyguard. Alle in glänzenden, schwarzen Maßanzügen. Einer attraktiver als der andere. Es war schwer das Ende des Essens ab zu warten. DJ Des Monds heizte uns mit House und R&B ein. Der Vollmond stand hell über dem Louvre, der Tour Eiffel war beleuchtet, glitzerte in verschiedenen Farben und Rhythmen. Der Abend war perfekt.

Ich nehme einen tiefen Atemzug, erhebe mich von meinem bequemen Balkonstuhl, schreite über das Parkett zu meinem Schreibtisch. Jeder meiner Schritte macht klack-klack, einzelne der honigfarbenen Holzbalken stöhnen. Ich hole mir das ledergebundene Album.

Genüsslich schlage ich meine wohlgeformten, langen Beine übereinander.

Ich trage Schwarz! Schwarze Strümpfe, hochhackige Schuhe, eine kurzen Rock; und selbstverständlich niemals Hosen. Mein Blick schweift über Paris und ich genieße die Atmosphäre. Ein Bus voller Touristen steckt im Verkehr der sich langsam nach vorne quält. Ein Fahrgast entdeckt mich, schubst seine Freundin an. Sie blickt nach oben und beide zeigen mir ihre Zähne. Ich lache zurück und winke. Nun werde ich fotografiert. Ach, wie wundervoll kann das Leben doch sein! Auch andere sehen nach oben. Von manchen nehme ich Bewunderung wahr, von anderen wiederum Neid.

Und dort entdecke ich auch Annette. Und ich spüre ganz genau, dass sie sich gerade vorstellt, wie es wäre ich zu sein. Sie hat Gänsehaut……. speziell bei dem Gedanken den Aufzug zu betreten, mit dem ich jeden Tag nach unten und oben fahre. Sie kann das Eisen riechen, das im Jugendstil geschmiedet einen Käfig um die Kabine bildet. Sie kann hören, wie das Schiebetor die einzelnen Elemente heftig aneinander schlägt, so dass es kurzzeitig ein metallisches Scheppern gibt, welches das Ohr schmerzt. Sie stellt sich vor die Plattform zu betreten, den kalten Gittergriff zu fassen und mit einem kräftigen Schwung das Tor zu schließen und auf den am meisten abgenutzten Knopf aus Schellack zu drücken. Mit einem kurzen Ruck nach oben rattert die Kabine gemächlich herab. Das Abwärts klingt rhythmisch, musikalisch. Durch die Gitter hindurch kann sie das Treppenhaus sehen, das hölzerne Geländer. Jede einzelne Etage hat ihren eigenen Geruch. Dort wo Françoise mit ihrer jetzigen rothaarigen Freundin Rachèle lebt ist ein Hauch von japanischem Räucherwerk wahrnehmbar. Weiter unten hängt unverkennbar das Rasierwasser von M. Frenkel in der Luft. Sein Schäferhund bellt. Les Berger Allemands sind in Paris ganz besonders chique. Machmal mischt sich auch der Duft seiner jeweiligen Geliebten mit dem seinen. Düfte können verräterisch sein. Annette kann daran erkennen, ob M. Frenkel aus dem Hause gegangen ist, oder zurückkam. Ging er aus, dann überlagert sein frisch aufgetragenes Parfum den Geruch seiner Antiquitäten, der sich im Haus verteilt, wenn er seine Tür öffnet. Kam er zurück, dann mischte sich der Geruch von Knoblauch und Wein dazu.


Kurz bevor der Ascenseur anhält gibt es wieder einen kurzen Ruck, Annette spürt ihn deutlich im Magen. Auf dieses Gefühl hat sie schon gewartet. Sie erwartet es jedes mal. Sie öffnet die Kabine, betritt das Treppenhaus. Die Kühle der Steine umgibt sie. Die Absätze ihrer Schuhe machen einen ohrenbetäubenden Lärm, sonst ist nichts zu hören. Sie geht zum Ausgang, fasst den geschwungenen Messinggriff und zieht die endlos schwere, geschnitzte Holztüre zu sich. Sie muss sich anstrengen. Mit der linken Schulter hält sie die massive Tür auf und schlängelt sich durch die Öffnung. Ganz kurz bleibt sie stehen. Das Holz fällt mit einem dumpfen Schlag hinter ihr ins Schloss. Sie fühlt den Hall im Rückrad. Dann wird sie sich der Hitze der Straße bewusst. Die Gerüche und der Lärm des Boulevards St. Michelle fangen sie ein, Paris umarmt sie. Gänsehaut……

 

 

Schattenarbeit?

Eines Morgens erwachte die Katze und starrte auf ihren Schatten! „Ah, heute werde ich einen Elefanten jagen und verspeisen!“ Also machte sie sich auf die Suche und die Jagd auf einen Elefanten.

Am Mittag sah sie erneut auf ihren Schatten. Nachdem sie einen Moment sinnierte, sagte sie sich: „Eine Maus tuts auch!“

 

Frei nach Khalil Gibran

Paris, Juni 2015 „ILAPADELÄÄ“

ILAPADELÄÄ

Ben und ich sitzen uns in der Metro gegenüber. Wir wollen zu Rosa Bonheur. Viele Menschen stehen eng gedrängt beieinander und schaukeln harmonisch im Rhythmus der Fahrt. Einige reden angeregt miteinander und versuchen den Lärm zu übertönen, andere schweigen. Manche schauen interessiert oder müde, fertig und verschlafen. Die Metro geht mit uns um die Kurven, Eisen auf Eisen kreischt. Obwohl ich die Funken nicht sehen kann, so sehe ich sie trotzdem in meinen Gedanken. Ein Fenster steht auf. Das Fahrgeräusch wird von der Tunnelwand zurückgeworfen und drängt in den Wagon. Es ist laut. Von irgendwo ist ein Geräusch zu hören, klingt wie ein schräger Housemusic sound. Oder nicht? Es erinnert doch eher an eine junge Krähe..

Ich blende das fremdartige Geräusch aus, betrachte Ben. Er scheint ein ewiges Lächeln im Gesicht zu haben. Ben ist Zirkus-Artist, Musiker, Sänger, Tänzer. Für mich ist er der geborene Clown, der auch im Schlaf ganz sicher noch das Clownslächeln weiterlebt, da bin ich mir ganz sicher. Ich erinnere mich an Dukes in Waikiki, wo wir das erste Mal die Tanzfläche leergefegt haben… nun bermerke ich das er irritiert schaut. Was hat er? Oh, nun fällt es mir auf, es ist dieses Geräusch, es wird mir wieder bewusst. Doch nun ist es viel lauter und näher gekommen.

Und dann sehe ich sie! In lange, schmutzige Kleider gepackt, den Kopf halb mit einem dunklen braunen Tuch bedeckt, bahnt sich die kräftige, junge Roma ihren Weg im Schneckentempo stoisch durch die Menge. Mit einer nervenden Regelmäßigkeit, die an das ätzende Tropfen eines Wasserhahnes in der Nacht erinnert, tönt sie krächzend: ILAPADELÄÄÄ —- ILAPADELÄÄÄ – ILAPADELÄÄÄ ! Ilapadelä kommt immer näher zu uns. In ihrer rechten schmutzigen Hand hält sie einen zerflederten Pappbecher, den sie den Leuten aufdringlich entgegenstreckt. Auf dem linken Arm trägt sie einen unverkennbar männlichen, pausbackigen, kräftigen Säugling, der genau so stoisch schaut, wie sie. Der Blick beider gleicht sich auf erschreckende Weise. Er ist leer! Ausdruckslos….. In regelmäßigen Abständen bleibt sie stehen, nimmt ihre rechte Hand, in der sich der Becher befindet und streichelt, vermeintlich zärtlich, mit den freien Fingern über das Gesicht des Jungen, sieht ihn mit ihrem leeren Blick an, richtet dann ihren leeren Blick in Richtung Fahrgäste und tönt: ILAPADELÄ — ILAPADELÄ! Ach so, nun verstehe ich auch was sie sagt: Il n´a pas de lait! Er hat keine Milch….

Auf dem Weg durch den Park zu Rosa Bonheur geht mir Ilapadeläää nicht mehr aus dem Kopf. Wie ein Ohrwurm hat es sich eingefressen. Was soll ich nur tun um das wieder los zu werden. Ich bitte Ben darum einen Song daraus zu machen. Ich versuche es acapella dem Rythmus meiner Schritte an zu passen. Nichts hilft. Es wird zu einem Fuchsbandwurm… Im Park legen wir uns in die Sonne. Ben liegt im Schatten. Seit sein Bruder an Hautkrebs gestorben ist hält er sich nur noch im Schatten auf. Nie in der Sonne, auch nicht auf Hawaii. Ich bin eingeschlafen. Noch im Aufwachen klingt es wieder in meinem Kopf, Ilapdeläääää, wobei das ääääää immer länger und lauter wird. Ich beschließe es auf zuschreiben und sofort bekommt es eine andere Qualität. If live gives you lemon, make Lemonade…

Paris Juni 2015 – ich und mein Croissant

Croissant au Beurre, wie viele Möglichkeiten gibt es dich zu geniessen? Wann und wie schmeckst du mir am besten?
Wo – en France – bien sur – noch besser a PARIS!
Beginne ich an der Seite, mit einer der zwei Enden….?

Ich beherrsche mich mit dem Zubeissen! Geniesse das sinnliche Erleben des Herausziehens der zweiten Ecke… dis donc – wie sieht das denn aus! Oh Gott, wie fühlt sich das an… irgendwann gibt der Widerstand des Teiges nach, doch ich lasse mir Zeit damit und ziehe ganz ganz langsam, so sanft und dennoch so unnachgiebig wie möglich. Sind diese Croissant Krümel nicht unglaublich dekorativ?

Ich befinde mich ganz und gar im Hier und Jetzt!
Es gibt nur mich und die dunkelbraune Unterseite des Croissants.
Isch beisse quer inein, so dass isch eine krosse Widerrstande inter der oberen Zahnreihe schpüre und gleischzeitige auf die Zunge. Mon Dieu!
Ich koste dieses Gefühle noch 2 Sekunden lang aus bevor ich das Stück zermalme, es sich mit dem reichlich fließenden Speichel vermischt und immer besser wird. Endlich darf es dann im Magen ankommen und mich von innen heraus mit einem Seufzer erfüllen.
Natürlich müssen’s zwei Croissant sein! Den zweiten zerpflücke ich, ich reisse den oberen Zipfel gnadenlos herunter. Die Fingerspitzen tauchen ein, durchdringen die knusprige Schicht, hinein in den weichen, zarten Teig; sind nun fettig und salzig, beim Abschlecken wie ein Dessert!

Mademoiselle Lombard und Mademoiselle LeBoeuf

Irgendwann haben mich meine Eltern in ein Internat gesteckt. In Frankreich, 60 Kilometer südlich von Paris. In Fontainebleau. Fontainebleau ist eine wunderschöne kleine Stadt, mit einem herrlichen Schloss, eindrucksvollen Parkanlagen und der Wald ist weltberühmt. Weisse Birken in weissem Sand. Ein Traum! Doch nicht, wenn man sich hinter Internatsmauern befindet. Insbesondere nicht, wenn dieses Internat von ältlichen Fräuleins geleitet wird.

Ich erinnere mich sehr genau an Mademoiselle Lombard – ein große, stämmige Brunette und natürlich so kantig wie sich das für eine Französin gehört, die fast schon etwas von einem Transvestiten an sich hatte. Mächtig schritt sie über den Flur und knallte ihre Pömps mit jedem Auftreten auf den armen Boden, als wolle sie allen hörbar zeigen, dass sie aus einem härten Holz geschnitzt sei als das Parkett. Eine richtig furchteinflößende Person vor der ich höllischen Respekt hatte. Ihre beste Freundin allerdings war eher zart und klein. Sie trug ihr mausblondes, schütteres Haar immer auftoupiert und perfekt gekämmt. Allerdings konnte sie dadurch nicht verbergen, dass sie an Haarausfall litt. Die Kopfhaut glänzte bei jeder Bewegung durch den Filz trotzdem hindurch. Ich konnte sie nicht leiden und fühlte mich angewidert. Auf mich wirkte sie wie eine alte, leicht aufgedunsene schmutzige Puppe aus einem Horrorfilm, mit passendem Namen – LeBoeuf – der Ochse! Ganz besonders abstoßend fand ich ihr Eau de Cologne – stark alkoholische Bergamotte – es verfolgt mich noch heute. Wenn sie durch die Gänge lief hing der Duft noch ewig in der Luft. Die zwei waren ein Gespann wie gemacht für einen Film.

Auch unter Null kein Pardon

Es herrschten rauhe Sitten in diesem Mädchen Internat. Wir mussten alle Röcke oder Kleider tragen, darüber die Schuluniform. Das war ein blauer Kittel. Dazu nette Schühchen. Und das auch im dicksten Winter. In den Schulpausen wurden wir auf den Hof gejagt in die gesunde frische Luft. Selbst 2 Wollstrumpfhosen und dicke Schlüpfer haben die Blasenerkältungen nicht vermeiden können. Nun, ich hatte dennoch Glück, denn im 2. Winter durften wir Hosen tragen.

Diese mussten allerdings eine exakte, adrette Bügelfalte haben. Morgens, am Eingang in den Speisesaal wurde kontrolliert. Da standen dann Mademoiselle Lombard auf der linken Seite und Mademoiselle LeBoeuf auf der rechten Seite und prüften strengstens die Bügelfalten in den Hosen. Wehe diese Falten waren nicht 100% korrekt. Dann hies es zurück in den Schlafsaal und die Hosen richtig bügeln und auf das Frühstück verzichten.

Irgendwie fiel das in meine Zeit der Pubertät! Und ich war wütend! Ich wollte mir das nicht gefallen lassen und ich entschloss mich dazu mich dieser Schikane zu widersetzen. Nur wie? Davon hatte ich keine Ahnung. Aber ich wusste genau, ich werde hier etwas ändern. Das war klar. Nur wie?

Nachdem ich dann kurz auf „Heimaturlaub“ gefahren bin fiel mit die Lösung ein. Ich packte schnell restlos ALLE meine Kleider ein und nahm sie mit. Zuhause besorgte ich mir 3 Paar hauteng genähte Cordhosen, die so eng waren, dass ich sie gerade so mit ach und krach noch anziehen konnte. Dazu ein Paar warme Stiefel ein und einige Pullover. Mehr nicht! Innerlich bereitete ich mich auf das Donnerwetter vor, das mich am ersten Morgen an der Tür zum Frühstücksraum bei der Kontrolle erwarten würde. Sollte ich das wirklich tun? Ich war fast dabei meinen Koffer wieder umzupacken, doch mein Entschluss stand fest. Ich würde siegen, koste es was es wolle. Auf der ganzen Reise nach Frankreich klopfte mein Herz bis zum Hals und am liebsten wäre ich ausgebüxt. In der Nacht zuvor konnte ich nicht schlafen und ich dachte mich in Wut und Rage um hierdurch meinen Mut zu füttern. Wie ein Kämpfer für Gerechtigkeit stand ich am Morgen in der Schlange vor der Tür. Mademoiselle Lombard thronte wie gewohnt links und überprüfte die Bügelfalten der Mädchen sehr genau, Mademoiselle LeBoeuf stand auf der rechten Seite und vergewisserte sich, dass die Bügelfalten der Hosen in ihrer ganzen Länge korrekt waren und lies sich den oberen Teil zeigen, der unter dem Internatskittel verborgen war. An diesem ersten Morgen waren sie besonders streng, wahrscheinlich damit wir von Anfang an wissen wie der Hase läuft. Oh jeh, wie komme ich aus der Nummer raus? Einige Mädels sahen mich erschrocken an und gingen auf Abstand, andere kicherten. Die Luft wurde immer dicker und schließlich war ich an der Reihe. Da stand ich nun – trotzig und rotzig und so richtig auf Krawall gebürstet… ich sah wie Mademoiselle LeBoeuf noch blasser wurde als sie eh schon war und wie sie entsetzt und hilfesuchend Mademoiselle Lombard ansah…. was sollte sie tun? Beide starrten mich an und holten Luft, da rief ich kämpferisch – „Ich habe nichts anders mitgebracht!“ Mademoiselle Lombard, das Alphamädchen hielt kurz inne, dann winkte sie mich durch. Mit einem hörbaren Schnaufen blickte sie mir hinterher…. merkwürdig – sollte ich da so einen Anflug von Anerkennung in ihrem Blick erhascht haben? Nein, das konnte unmöglich sein. Später allerdings verriet mir meine private Französischlehrerin, die mich sehr mochte, dass sie zu ihr gesagt habe, dass ich es im Leben wohl mal sehr weit bringen würde.

SSSS Selective Sound Sensitivity Syndrom

SSSS – Selective Sound Sensitivity Syndrom – wer kennt es? Ich habe sogar SISS!

SSSS – Selective Sound Sensitivity Syndrom…

SSSSelective SSSSound SSSSensitivity SSSSyndrom… da ist dann jemand empfindlich gegen besondere Geräusche. Ja! Das ist ein Syndrom, mit anderen Worten eine Krankheit, na gut keine Krankheit aber zumindest ist es eine Störung. Und wirklich, bei diesem Syndrom fühlt sich jemand von einem speziellen Geräusch gestört. Oder sogar von mehreren speziellen Geräuschen. Also ich hab das, das SSSS! Wirklich! Ich fühle mich von bestimmten Geräuschen gestört. Vom Schmatzen zum Beispiel!

Wenn einem die Gabel in der Luft stehen bleibt

Es stört mich wenn jemand beim Essen schmatzt. Ha, und wie mich das stört. Ich finde das ekelhaft. Das macht mich krank -aber halt- nein! Es stört mich, weil ich das SSSS also das Selective Sound Sensitivity Syndrom habe, also fühle ich mich vom lauten Schmatzen eines Mitessers am Tisch oder am Nebentisch gestört weil ich krank bin. Es macht mich also nicht krank sondern es macht ich nur deshalb krank weil ich es schon bin… irgendwie verwirrend. Also wie auch immer, es stört mich, wenn jemand geräuschvoll isst. Neulich folgte ich einer Einladung. Ich hatte sowas wie ein Date. Wir hatten tolle Musik gehört und uns richtig gut unterhalten. Wir konnten tiefsinnige Gespräche führen über das, was wir so denken und was wir in unserem Leben noch so wollen. Wir beide strahlten um die Wette und es hat sich richtig gut angefühlt. Kurze Zeit später erhielt ich einen spontanen Anruf. „Magst du mit mir zum Essen gehen?“ Ja super! Das mag ich so gerne, in Gesellschaft gut essen! Jippie – er holt mich ab, ich springe in seinen Jeep und los geht es zum veganen Restaurant. Wow, der Mann hat auch Mitgefühl mit den Tieren, denke ich ganz beeindruckt. Wir haben bestellt und das Essen kam. Er nahm den ersten Bissen und kaute. Ich war gerade dabei meine Gabel zum Mund zu führen, da erstarrte ich und die Gabel bleib kurz vor meinem Mund in der Luft schweben.

Glänzender Erdbeermund ja, Spinatmund nein!

Ich fühlte mich so. als würde ich beim Spiel „FREEZE“ mitmachen. Ich erstarrte und sah ihn mit großen erschrockenen Augen an. Er lachte mich mit offenem Mund an, den speicheltriefenden, zerkauten Salat zwischen den Zähnen. Ich drehte mich verstohlen um und suchte nach einer versteckten Kamera, aber nein, leider war das hier kein Scherz. Nun hatte er heruntergeschluckt und er fuhr sich mit der Zunge laut und genüsslich rund um seinen Mund, die Lippen glänzten, trafen mit Popp geräuschvoll aufeinander und gingen mit einem Schmatz wieder auseinander. Er nahm den nächsten Bissen und rollte den Salat mit viel Sauerstoff zwischen den Kauwerkzeugen und Zunge hin und her. Dann nahm er einen Schluck aus seinem Glas und führte dem Gemisch nun noch wässrigen Stoff hinzu. Ein fettiger Lippenabdruck in verschiedenen Schattierungen von grün zierte dann das Glas. Also, die Gabel war noch immer vor meinem Mund, ich glaube ich lächelte auch noch immer, doch es war eingefroren. Also es ging dann so aus, dass ich schon etwas gegessen hatte, allerdings sehr Wortkarg geworden bin und den Mann nie wieder gesehen habe.. ausser auf Facebook.

Da rettet nur noch Beherrschung

Menschen, die am SSSSyndrom leiden, empfinden oft körperliche Schmerzen bei wiederholten Geräuschen die das Syndrom in ihnen hervorruft. Ja, es verging mir der Appetit, ich spürte Aggression in mir aufsteigen und meine gute Erziehung bewahrte mich davor, aus einem nun stillen Bewunderer einen offenen Feind gemacht zu haben.

Menschen, die an SSSS leiden, können oft nicht im gleichen Raum sein, in dem dieses Geräusch verursacht wird. Also das kenne ich auch. Ich konnte noch nie in einem Zimmer schlafen, wenn jemand schnarcht. Da kann ich nicht schlafen. Das raubt mir den Schlaf, das stört mich, das macht mich wahnsinnig, ich kann da nicht schlafen. Und nach ein paar schlaflosen Nächten fühle ich mich krank, aber halt! Das stört mich ja nur, weil ich ja schon krank bin, ich hab das Syndrom ja schon, also deshalb stört es mich, wenn jemand schnarcht. Also ich muss in meinem eigenen Raum schlafen, damit ich durch das Schnarchen nicht gestört werden, weil ich das SSSSyndrom habe.

Von so gut wie Allem genervt

Menschen mit SSSS fühlen sich von so Geräuschen gestört wie, lautes Kaugummi kauen, geräuschvolles Essen und Trinken, also durch schmatzen und schlürfen, sie fühlen sich davon gestört wenn jemand die Nase hochzieht, oder rumrotzt, wenn jemand mit den Füßen schlurft, mit den Fingern rhythmisch auf den Tisch trommelt oder vor sich hinsummt oder pfeift, auch Fernseh- und Computerspiel Geräusche können jemanden der an SSSS leidet ziemlich nerven.

Apropos Computerspielgeräusche. Da war ich doch neulich in München im Nagelstudio damit ich gepflegte Hände habe. Es ist ein Walk-in Laden und entsprechend viel los. Ich musste ein wenig warten und setzte mich auf die Fensterbank, auf der ein paar Kissen lagen. Vor mir saß die Mutter eines ca. 8 jährigen Jungen auf einem riesigen blauen Sessel und bekam eine Pediküre. Der Junge stand neben ihr und turnte an der Armlehne herum, bewegte sich hin und her und summte dazu gedankenverloren vor sich hin. Die Mutter unterhielt sich lautstark am Telefon darüber, dass sie ja gerne noch ihren Hund vorbei gebracht hätte, die Freundin aber nicht zuhause gewesen sei.. usw. usw. Da machte sich mein SSSS bemerkbar.

Schlampenlook fand ich mal gut, bis neulich

Irgendwie fand ich die Stimme ätzend. Sie war so eine Reibeisenstimme, schien geübt als würde sie oft auf einer Bühne eingesetzt und als sie dann lachte… wurde mir ganz anders. Uhhh, mit der Person möchte ich nix zu tun haben. Habe ich ja auch nicht, aber die Stimme verursachte mir Unbehagen. Dann war sie fertig mit dem Telefonieren. Sie konnte nun ihre Aufmerksamkeit auf Ihren Jungen lenken. Da fiel ihr auf, dass ihr Junge ja an der Armlehne herumturnte. Sie fuhr ihn an: „Hör auf so rum zu hampeln, setz dich da rüber ans Fenster, hier hast du das Telefon, da kannst du ein bisschen spielen“. Der Junge nahm das Telefon und setzte sich neben mich auf die Fensterbank. Da begann die Mutter, sie wird so 35 sein, dunkle Haare, wirr hochgesteckt, ca. 170 bis 175  sehr schlank bis hager, die Füße und Hände grob-knochig, mit ihrer Thai, die ihre Füße bearbeitete, zu diskutieren. „Kurz schneiden, ganz kurz schneiden, das letzte Mal waren sie zu lang, da bin ich mit den Nägeln vorne an die Ski-Stiefel gekommen, ja, vorne, Ski-Siefel, SKI-STIEFEL, vorne, anstossen, anstossen, weh tun, STIEFEL, ahhh! Also kurz schneiden, ja?!“
Oh Gott, dacht ich mir, lenk dich bloß ab…. die ist ja nicht zum aushalten.

Der Schatz, die Thai, das Telefon und das Computerspiel

Gott sein Dank hat dann mein Telefon geklingelt und ich hatte ein sehr nettes Gespräch. Nach dem dieses beendet war, drängte sich ihre Stimme leider schon wieder in mein Bewusstsein. „Schatz, setze dich gerade, lehne dich mit dem Rücken an die Fensterscheibe, tu den Kopf nach oben, nicht nach unten, wenn du den Kopf nach unten tust, dann tut dir der Hals und der Kopf weh, nimm mal Mamas Tasche da weg, setzt dich mal mehr nach links, nach LINKS hab ich gesagt“. Und dann zu ihrer Thai: „Ganz dünn, ja ganz dünn, DÜNN! DÜ-ÜNN! Dünn! Letztes Mal war das zu dick! Also DÜNN ja?!“ Mein SSSS wurde immer stärker.

Die Dame auf dem hohen, blauen Sessel gab offensichtlich auf sich ihrer lächelnden Thai verständlich zu machen, denn es war kurz still. Ihr Junge hatte nun begonnen ein Beep peep bib pip grrkrrr Spiel zu spielen, worauf die Mutter sagte: „Schatz, mach das mal leiser das ist so laut, das stört die Leute“! Das fand ich auch, aber leider saß da auch noch eine wohlwollend lächelnde Gutfrau, die prompt mit Hab-Mich-Lieb!-Blick auf den Jungen sagte: „Das stört mich aber gar nicht!“ Woraufhin ich, mit SSSS geplagt, erschrocken sagte, „aber mich stört das sehr!“ Und der Junge erhörte mich und machte das Telefon leiser.

Es dauerte nicht lange und die Stimme aus dem Keller raunte bedrohlich in meine Richtung: „Also sowas, selber lautstark telefonieren, so dass alle mithören und dann meinem Kind sagen, dass es leise sein soll!“ Oh ha! Warum habe ich aber auch dieses verdammte SSSS. Es sollte mich doch nun wirklich nicht stören. Aber bevor es zu einem Streitgespräch kam ist ihr wahrscheinlich eingefallen, dass Sie ja selber telefoniert hatte. Das war gut so, denn ich hätte ihr das Argument entgegen geschleudert, dass ich mit meiner sanften, angenehmen Stimme wohl weniger störend wirke als sie mit ihrer versoffenen Raucherstimme die klingt als käme sie hinter der Mauer eines Lungensanatoriums hervor.

Gott sei Dank hab ich SSSS, ich habe also keine Schuld

Dann war ich endlich dran, aber ich konnte meine Aufmerksam nicht vom Trigger meines SSSS abziehen, das ist übrigens auch ein Symptom dafür. Endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit waren Mutter und Sohn dann soweit den Laden zu verlassen. Da hörte ich sie sagen: „Schatz, Mama muss schnell mal um die Ecke auf die Leopoldstrasse was besorgen, du kannst ja noch etwas hier sitzen bleiben und weiter spielen, ich hol dich dann gleich wieder ab!“ Oh, dachte ich, wie bitte? Sie möchte tatsächlich ihren Jungen hier parken? Na, keine der Thais hat was gesagt, wahrscheinlich weil keiner von ihnen Deutsch versteht. Und ich dachte noch gehässig, kein Wunder, die ist so unmöglich, die ist ganz sicher alleinerziehend. Das dachte ich aber nur, weil ich das SSSS habe. SSSS kann auch zu Aggressionen führen, gegen den Verursacher des „Selective Sound“. Aber dann hat die Mutter es sich anders überlegt. Sie nahm den Anorak und zog ihn dem Jungen an. Der Junge, immerhin so um die 8, wollte das aber selber machen und protestierte. Es gab eine Auseinandersetzung und die Mama sagte zu ihrem Jungen, der immerhin über eine Stunde in diesem ätzend riechenden, stinklangweiligen Nagelstudio geduldig auf seine Mutter gewartet hatte: „Es macht mir schon gar keinen Spaß mehr mit dir irgendetwas zu unternehmen!“

Und da war mit schlagartig klar, dass ich nicht nur das SSSSyindrom habe, sondern auch das SISS, das Selective Information Stress Syndrom. Mit anderen Worten, ich reagiere auch allergisch auf Dummheit in all ihren Formen der Äusserungen.

 

 

Glasknochenkrankheit

Glasknochenkrankeit – Heilung

Anruf wegen Glasknochenkrankheit

Oh, dachte ich mir, als Roman mir von dem Kind mit der Glasknochenkrankheit erzählte. Da musste ich erst einmal überlegen was das ist. Erst dachte ich an den berühmten und hochintelligenten Physiker Stephen Hawking der immer wieder Schlagzeilen macht mit seinen spektakulären Aussagen über das Universum. Aber nein, er hat ALS und nicht Osteogenesis imperfecta. Es ist der Schauspieler Peter Radke, der die Galsknochenkrankheit hat und der so klein geblieben ist wie ein Kind. Ich wusste auch darüber, dass die Knochen nicht die Festigkeit haben die sie haben sollten und dass sie selbst bei Bewegung brechen, fast schon splittern wie Glas und dass die Knochen auch krumm und schief wachsen. Roman wollte von mir wissen, ob ich damit Erfahrung habe, wie er und ob er mit dem Jungen arbeiten soll oder nicht. Erfahrung mit der Glasknochenkrankheit hatte ich bis dahin noch gar keine.

Glasknochenkrankheit

Keine falschen Hoffnungen

Roman hatte die Befürchtung, dass er dem Jungen und seinen Eltern vielleicht falsche Hoffnungen machen könnte, wenn er versuchen würde ihm zu helfen und es nicht gelingen würde. Eine solche Erbkrankheit zu haben, die als unheilbar gilt, ist ein Tragödie für alle Beteiligten. Unendliches Leid. Es ist furchtbar. Ich habe Roman ermutigt es einfach zu versuchen. Das schlimmste was passieren kann ist, das nichts passiert. Aber die Chance, dass er ihm helfen kann ist immer gegeben. Wir erleben täglich Wunder. Und darüber berichten wir von der ÉCOLE SAN ESPRIT im Tagebuch der Heilerschule. Hier gibt es noch einen Bericht über diese Heilung: Tagebuch

Wunder sind unser täglich Brot!

Das Telefonat mit Roman war dann auch schnell wieder vergessen, denn ich führe sehr viele Gespräche und höre von vielen Situationen, Krankheiten und natürlich von den Heilergebnissen der Schüler und Absolventen meiner Heilerschule. Ich bat Roman allerdings noch eindringlich, sich vorher die Röntgenbilder geben zu lassen, damit er den Verlauf und das Ergebnis seiner Heilsitzungen verfolgen kann. Und vor kurzem hatte ich plötzlich Röntgenbilder auf meinem Handy. Per WhatsApp hatte er mit Bilder geschickt die mit den Atem stocken liessen. Hier sind die Bilder. Ich musste erst mal genau hinsehen um zu kapieren was ich da sehe.

Knochen splittern wie Glas – nicht mehr!

Es war die Verbesserung die innerhalb von NUR 4 Monaten Heilsitzungen mit amazinGRACE erzielt wurde. Zuvor waren die Knochen so verkrümmt, dass auch die Schrauben die den Knochen halt und Stabilität geben sollten, nicht richtig gehalten haben. Seit Roman das erste Mal mit ihm gearbeitet hat, hatte er keine weiteren Knochenbrüche mehr. Die Brüche die er hatte, sind schnell und gut verheilt. Die Knochen haben sich auch ausgerichtet, sie sind gerade geworden. Und das Beste: der Junge kann nicht nur laufen, er kann sogar rennen! Das Leben ist nun ein anderes. Nicht nur seines, auch das seiner Eltern!

Glasknochenkrankheit

 

Heilen als Beruf

Heilen als Beruf

Wie ist das, Heilen als Beruf zu haben?

Gestern habe ich mich von Anke Marie, sie hat Heilen als Beruf gewählt, verabschiedet. Sie hat nun ihr zweites Modul beendet. Sie wird vielen Menschen jetzt schon helfen, während sie „nur“ übt.

Anke Marie geht und heute kommt Ingrid, auch zu ihrem 2. Modul. Sie hat ihren Sohn mitgebracht. Ingrids Sohn erzählt mir von seinem Herzfehler. Er war Triathlon Sportler. Doch man hat eine schlecht schliessende Herzklappe und eine Aorta Erweiterung festgestellt. Er sollte rasch operiert werden. Diese OP zog er so lange wie möglich hinaus. Aber dann kam der Zeitpunkt als es dann sein musste. Seine Mutter hatte allerdings amazinGRACE entdeckt und der Sohn, offen für alternative Heilweisen, probierte es aus. Er ging zu Manuela Herbert in München, die auch Dozentin an unserer Heilerschule ist. Er war ein paar mal bei Manuela. Und dann kam der Tag der OP! Er wurde für die OP vorbereitet, in den Operationssaal gefahren und der Anästhesist versetze ihn in Narkose.

Als er wieder aus der Narkose zu sich kam, sagte man ihm, dass er nicht operiert worden sei. Man hat nichts mehr gefunden, was zu operieren wäre. Und so wurde er unversehrt wieder aus dem OP herausgefahren….

Sprachlos in Frabertsham

Was soll ich dazu sagen, ich bin einfach sprachlos. Heilen ist mein Beruf. Ich denke mir: Zwick mich! Ich glaub ich träume! Ich finde das erschütternd, denn, selbst wenn diese vielen Wunder und Heilungen die ich ja JEDEN TAG erlebe und zu hören bekomme, zu meinem Alltag gehören, so frage ich mich dennoch: wohin wird das führen?

Rupert Sheldrake hat ja auf hier bei uns auf unseren Heilertage von dem morphogenetischen Kraftfeld gesprochen, das entsteht. Und ich habe den Eindruck, dass amazinGRACE eine eindrucksvolle Geschwindigkeit aufnimmt. Der Speed ist unglaublich. Vielleicht eilt es ja auch, vielleicht brauchen wir diese Bewusstseinserweiterung dringend als Gegengewicht.

Bitte anschnallen!

Ich persönlich spüre den Drang mich dieser Geschwindigkeit hin zu geben. Ich habe nicht das Gefühl, das wir ewig Zeit haben. Ich habe nicht das Gefühl, dass es sich von alleine tut!  Ich habe das Gefühl, dass wir alle Gas geben sollten, die Bewusstseinserweiterung verbreiten sollten, Menschen wachrütteln sollten und zwar nicht durch Worte sondern durch RESULTATE. Theorie gibt es genug.

Heilen als Beruf

Hier findet das amazinGRACE Healing Camp in Pondicherry statt

Robin und Nutan haben eine Vision

Ich bin sogerührt von diesen Ereignissen und ich danke meinem ganz persönliche Schicksal, meinem Beruf, meiner Aufgabe, meinem Weg, meinem Erfolg als Heilerin und als Lehrerin. Und was ist nun mit meiner unvorstellbaren Zukunft? Ich bin mir sicher, amazinGRACE wird in die Welt und um die Welt gehen und ich bin diejenige die es trägt.

Robin ist gekommen. Robin, die mit den größten Meistern des Heilens und den bekanntensten Bewusstseinslehrern eng zusammengearbeitet hat, hat den Hintergrund um die Tragweite von amazinGRACE zu erkennen. Sie hat viel mehr Wissen von Heilung als ich. Sie fühlt sich dazu berufen amainGRACE tatsächlich allen englisch sprachigen Ländern zur Verfügung zu stellen. Nun gebe ich Kurse in Englisch. Nutan ist gekommen, sie möchte amazinGRACE in Indien verbreiten. Im Januar werden viele Menschen aus aller Welt in Indien von uns Heiligung erhalten. Wir werden vom Shri Aurobindo Ashram unterstützt und so werden nicht nur viele Inder sondern auch viele Menschen aus Australien, Neuseeland, Quebec, Canada, Frankreich, Belgien und Süd Afrika amazinGRACE kennen lernen, denn der Shri Aurobindo Ashram unterstützt unser Healing Camp und es kommen Besucher aus aller Welt dorthin. Und dann ist da noch die Dokumentation „THE CURE“ von Emmanuel Itier und Sharon Stone.

Lasst uns maßlos sein

Keiner von uns weiss, was danach gesehen wird. Wir können es vielleicht erahnen. Aber das Tolle ist, wir sind mitten drin. Wir sind dabei! Wir sind diejenigen die es tun dürfen und deshalb empfinde ich, dass wir so ein unglaubliches Glück haben. Für mich gibt es einfach nichts größeres, denn das was jetzt schon ist, ist schon so groß, dass es meinen Verstand und meine Phantasie vollständig überschreitet.

Das wollte ich euch unbedingt mitteilen weil es so schön ist.

Und hier bin ein ein wenig maßlos und tanze auf dem Tisch!
Heilen als Beruf

Heilen als Beruf

Heilen als Beruf – amazinGRACE ist unfassbar

Heilen als Beruf – ein Beruf der alle Ehren wert ist

Wie wunderbar es ist das Heilen als Beruf zu haben. Es gibt Momente an denen ich mir vorkomme als sei ich in einer nicht realen Welt. Als wäre ich in einem Science Fiction Film oder im Märchenland. Manchmal überwältig mich mein…  ja was eigentlich genau? Mein Schicksal, meine Berufung, meine Aufgabe, mein Weg, mein Erfolg, meine unvorstellbare Zukunft.. ?

Eine Schülerin stellt sich im ersten Modul vor und erzählt mit bewegter und sanfter Stimme: ihr Sohn, sterbenskrank mit Krebs im Endstadium und weiteren anderen schweren Krankheiten, siecht vor ihren Augen dahin. Viele Jahre hat er gegen die Krankheiten angekämpft, erst ging es langsam Bergab aber dann rapide. Die Mutter suchte immer nach einer Heilungsmöglichkeit für ihren Sohn, der aber alles Alternative rigoros ablehnte. Eines Tages rief er sie an um ihr mitzuteilen, dass er sie besuchen käme. Er warnte die Mutter vor, sie solle sich aber nicht erschrecken weil er so schlecht aussähe. Es war für die Mutter unerträglich so hilflos mit ansehen zu müssen wie ihr Sohn immer weniger wurde.

Sie suchte verzweifelt Hilfe. Eines Tages fiel aus einer Zeitschrift ein Buchkatalog heraus, und sie sah die Abbildung des amazinGRACE Buches vor sich. Der Untertitel: Die neue Dimension der Heilung schien ihr entgegen zu springen, „Da ging mir ein Licht auf“ sagt sie in die Runde der neuen Schüler. Sie sah ein Licht, die Buchstaben leuchteten und sie besorgte sich dieses Buch sofort. Schon als sie begann das Buch zu lesen, spürte sie: „Dies ist die Rettung für meinen Sohn“.  Im Anhang des Buches fand sie sogar eine Heilerin ganz in ihrer Nähe, Birgit Illg aus Leonberg. Zweimal ging sie zu Birgit zu amazinGRACE Sitzungen und war begeistert. Sie wollte ihren Sohn sofort hinschicken, sie traute sich aber gar nicht mehr irgendetwas Alternatives zu raten denn sie wusste ja, dass er davon gar nichts hielt und auch nicht wünschte, dass sie ihm irgendwelche Vorschläge machte.

Heilen als Beruf

amazinGRACE Hochzeit

Nur noch Haut und Knochen

Nun kam er sie also besuchen, doch er wurde fast ins Haus getragen weil er so schwach war, dass er nicht mehr alleine laufen konnte. Er bestand nur noch aus Haut und Knochen, war auch unfähig etwas zu essen. Als der Sohn dann von seinem Lebensgefährten aus dem Haus heraus und zum Auto gebracht wurde, ging die Mutter mit. Sie spürte, sie würde ihn das letzte mal sehen. So nahm sie denn doch allen Mut zusammen und erzählte ihm von Birgit, von amazinGRACE. Zu ihrer ganz großen Überraschung, war er bereit zu Birgit zu gehen. Das musste aber umgehend und unverzüglich sein denn Birgit war dabei ihre Koffer zu packen um in Urlaub zufahren. Also fuhren er uns sein Freund anstatt nach Hause zu Birgit, die nur 25 km entfernt ihre Praxis hat.

Dort erhielt er 3 amazinGRACE Heilsitzung an 3 aufeinander folgenden Tagen. Am dritten Tag konnte er wieder allein, ohne Unterstützung laufen. Und von da an ging es wieder bergauf. Nicht langsam, sondern sogar ganz schnell.

Hochzeit

Gestern machten wir hier nach dem zweiten Modul Fotos. Von Anke Marie, seiner Mutter und mir. Wir halten das amazinGRACE Buch in der Hand und ein Fotobuch von der Hochzeit ihres Sohnes. Seine erste Heilsitzung ist nur ca 5 Monate her. Er hat sich soweit erholt, dass er nun wieder lange Spaziergänge mit seinem Hund machen kann und an seinen geliebten Oldtimern bastelt. Nicht nur das, er und sein Lebensgefährte haben geheiratet. Mit einem seiner Oldtimer sind sie zur Hochzeit gefahren. Auf den Bildern wirkt er noch immer etwas schmal und hager, doch Anke Marie sagt er hätte sich noch weiter erholt und er würde richtig gut aussehen.

Glücklich ist viel zu wenig

Was macht das mit mir? Es macht mich sprachlos, es macht mich demütig es macht mich – nein, nicht glücklich – glücklich ist viel zu wenig! Es versetzt mich in andächtiges Erstaunen. Dieses amazinGRACE ist so viel, viel größer als ich, amazinGRACE ist so viel mächtiger und potenter in all dieser Entwicklung und Schaffenskraft. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes maßlos.

Nicht ich, bin hier diejenige, die die Heilung bewirkt hat, sondern eine Schülerin von mir, eine Schülerin von uns, eine Absolventin der Ecole San Esprit! Heilung durch die Kraft des Geistes, durch die Kraft der Gedanken.