Episode #35 Der Kick des Neuen

Annette Müller: Herzlich willkommen, liebe Zuhörer zu einer neuen Podcast-Folge „Gedanken zur Menschlichkeit“. Dieser Podcast ist nicht mehr ganz so neu. Dennoch wollen wir über den Kick des Neuen sprechen. Hier bei mir zu Gast heute wieder Falk Al-Omary. Lieber Falk, herzlich willkommen und danke für das Dabeisein. Würdest du dich kurz vorstellen, bitte?
Falk Al-Omary: Ja, wie immer. Falk Al-Omary, ich bin gerne dabei. Falk Al-Omary, bin PR-Berater, Medien-Berater und Politikberater. Und wir haben ja schon manches Mal miteinander diskutiert. Und deswegen hoffe ich, dass ich dem einen oder anderen Hörer noch bekannt bin.

Annette Müller: Ja, wir können uns natürlich wieder auf kontroverse Diskussionen freuen, weil, Falk und ich, wir sind ja so ein bisschen wie Feuer und Wasser. Also ich habe eine ganz andere Einstellung als Falk. Gott sei Dank. Und Falk eine andere als ich. Und deshalb wird das wieder spannend und interessant. Der Kick des Neuen. Im Vorgespräch haben wir schon festgestellt, Falk mag eigentlich das Neue nicht so gerne. Wobei ich sehr offen bin für das Neue. Falk, erzähle mal bitte deine Sichtweise.

Falk Al-Omary: Wir müssen ja erstmal definieren, was denn das Neue ist. Wenn wir jetzt über den Kick des Neuen sprechen, dann denke ich zunächst mal an das neue iPhone. Und dann bin ich nicht voller Vorfreude, dass dieses neue iPhone kommt, sondern sehe schon mit Grausen, dass ich irgendwelche Daten transferiere, dass ich mir Zeit nehmen muss, dass die Daten dorthin migrieren, dass ich neue Funktionen erlernen muss. Und das macht mir schon Stress, wenn ich das neue Handy kaufe. Jetzt habe ich Spaß daran, das neueste Handy zu besitzen und damit vielleicht auch anzugeben. Aber auf der anderen Seite habe ich überhaupt keine Lust darauf, dass da Daten migrieren. Und so ist das mit allen Dingen. Im Moment machen ja viele Leute Social-Media-Marketing auf Instagram. Ich habe bis heute nicht verstanden, wozu man Instagram überhaupt braucht. Also ich sehe da überhaupt keinen Sinn und überhaupt keinen Nutzen drin. Ich habe bis heute nicht verstanden, warum ich Instagram nutzen soll. Ich bin auf den Facebook-Zug aufgesprungen vor einigen Jahren. Da waren aber andere schon Jahre vor mir dabei. Und irgendwann habe ich dann gedacht: „Gut, musst du auch mal gucken, musst du auch mal machen.“ Aber als das die große Welle war, war ich da noch nicht. Und ich empfinde vieles, was neu ist, als Stress, als nervig, als überflüssig. Und lasse mich das gerne auch gleich ein bisschen provokant sagen: Vor drei Jahren brauchte auch noch kein Schwein einen Podcast. Heute macht jeder einen. Und wir nehmen jetzt auch schon den 30sten oder 35sten auf. Ich frage mich halt: Wer hat das erfunden? Und wer hat danach gerufen? Und wozu brauchen wir das überhaupt?

Annette Müller: Ja, „Podcast“ ist ein neues Wort. Und dieses neue Wort hatte man früher als Radioprogramm zum Beispiel gesendet. Das war schon immer super interessant und spannend für Zuhörer, andere Menschen kennenzulernen, indem sie Mäuschen spielen. Das heißt, Mäuschen spielen, die Seele des anderen zu ergründen und hiermit ein neues Menschenbild, ein anderes Gesichtsfeld für sich selbst zu öffnen auf Dinge, die man vielleicht als alt und langweilig empfindet. Also ich persönlich mag das Neue sehr gerne, dass nicht unbedingt ein neues iPhone, nicht unbedingt ein neues Social Media, das stresst mich auch, wenn ich das lernen muss, gezwungenermaßen. Weil in dieser Technik mein Interesse eigentlich nicht liegt. Aber ich mag eben sehr gerne neue Menschen kennenlernen. Sichtweisen, Gedankenstrukturen, Welten, andere Länder. Was Neues zu essen, was ich vorher noch nie probiert habe, ist zum Beispiel grandios. Ich bin so erzogen, mein Papa, der hat mich immer alles probieren lassen. Dazu gehörten auch geröstete Ameisen. Viele hätten sich niemals getraut, eine geröstete Ameise zu probieren. Aber er sagte: „Bevor du sagst, es schmeckt dir nicht, oder du sagst: „Iih.“, probiere es doch erstmal.“ Und das begleitet mich noch heute. Ich möchte gerne immer alles probieren. Und dann erst zu sagen: „Ja, das mundet mir, das schmeckt mir, das gefällt mir oder nicht.“ Und dieses Neue empfinde ich als sehr anregend und sehr lebendig.

Falk Al-Omary: Da waren jetzt ganz viele Beispiele drin, die mich alle überhaupt nicht überzeugen in meiner Welt. Deshalb legen wir mal los mit dem Thema „Naja, eine Podcast. Früher hat man ja Radio gehört.“ Ich höre auch heute noch Radio. Und das war auch immer gut. Weil, da kommt was Aktuelles. Die Klangfarbe der Musik kann ich mir aussuchen, aber die Nachrichten sind halt aktuell, da sehe ich einen Nutzen drin, dass ich Informationen bekomme. Jetzt hat sich aber das Konsumentenverhalten geändert. Also früher hast du einfach ferngesehen. Das ist für mich absolut okay. Heute muss man Netflix haben. Wozu brauche ich Netflix? Ich brauche auch diese ganzen Serien nicht. Ich habe überhaupt keine Zeit, mir 580 Folgen von irgendwas anzugucken. Das ging mir vor 30 Jahren schon bei der Lindenstraße auf den Sack. Also kein Schwein braucht Amazon Fire-TV, keine Sau braucht Netflix. Ich verstehe nicht, wozu das gut sein soll. Fernsehen hat genügt. Dann hast du gesagt: „Reisen.“ Eh, ich war in über 40 Ländern. Die meisten dieser Länder habe ich als schmuddelig empfunden, als unangenehm empfunden. Und Reisen empfinde ich generell als Stress. Ich musste mal mit einer Transall notlanden, ich war Wahlbeobachter in einem Kriegsgebiet. Ich war auf Hawaii, ich war in Südafrika. Also ich war in Ländern, wo ich sage: „Eh, da muss ich nicht nochmal hin.“ Ich fahre heute an die Ostsee. Und ich habe schon einen Hals, wenn ich irgendwie nach Mallorca muss, um da einen Geschäftstermin zu haben. Da habe ich keinen Bock drauf. Und ich habe 150 Hotel-Übernachtungen im Jahr. Und das ist auch okay. Aber ich gehe ins Fünf-Sterne-Hotel, ich fahre mit meinem SUV dahin. Aber gehe mir weg mit diesem ganzen Abenteuer-Kram. Habe ich hinter mir, habe ich keinen Bock, ich will nichts Neues mehr sehen. Dann sagst du: „Neue Menschen.“ Eh, ich habe schon genug mit den Leuten, die ich kenne, mit denen habe ich schon genug Probleme. Ich brauche nicht noch mehr Menschen. Dann habe nur noch mehr Probleme. Ich freue mich über jeden Menschen, dessen Bekanntschaft ich nicht mache. Was bitte soll an dem Neuen geil sein?

Annette Müller: Oh Je. Also ich habe es ja gesagt, ich habe schon vorgewarnt, wir sind total konträr. Jetzt muss ich mir was einfallen lassen. Falk, was soll ich dazu sagen? Also ich möchte das Neue verteidigen. Ja, ich möchte aber auch das Alte würdigen. Das Alte ist etwas, was wir zurücklassen, um einfach auch im Leben bleiben zu können. Weil, wir können ja nicht immer, es geht ja gar nicht, beim Alten bleiben. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Weil wir uns ständig verändern. In unserem ganzen Körper gibt es ständig neue Zellen. Wenn es die nicht gäbe und wenn die nicht produziert würden und alte absterben und wir diese loswerden und ausscheiden, wären wir tot. Deshalb brauchen wir das Neue. Also ich möchte eine Lanze für das Neue brechen.
Falk Al-Omary: Ja, ohne Frage. Das muss man ja ein Stück weit differenzieren. Der Titel des Podcasts und deiner Einleitung war „Der Kick des Neuen“. Und Kick ist ja etwas Positives, wo ich mich drauf freue, wo ich Bock drauf habe: „Hey, das motiviert mich jetzt, das ist neu.“ So, und ich sage eben: „Nein, das motiviert mich nicht.“ Ich bin ein zukunftsbejahender Mensch in dem Sinn, dass ich sage: „Natürlich muss Fortschritt sein, natürlich muss Wachstum sein. Natürlich muss sich eine Gesellschaft weiterentwickeln.“ Das finde ich grundsätzlich Klasse. Das heißt aber nicht, dass ich Bock auf jede Mode habe. Und dass ich mich über jede Veränderung freue. Das Alte ist doch gut. So, und in der Welt der meisten Menschen, die ich kenne-, und dann, glaube ich, bin ich gar nicht so die große Ausnahme, wenn das linear so weiterliefe, wie es jetzt ist, dann ist doch alles wunderbar. Ich brauche diese Brüche nicht. Und ich arbeite ja auch viel mit Change-Managern zusammen. Wer in einem Unternehmen hat denn Bock auf Change? Wer in einem Unternehmen hat denn Lust auf eine SAP-Einführung oder eine neue Software? Wer hat denn Lust auf irgendwelche Personalwechsel und einen neuen Chef? Wer freut sich denn auf den ersten Arbeitstag? Ja, in seiner großen Illusion: „Das wird jetzt alles besser.“ freut man sich auf einer abstrakten Ebene. Wenn ich dahingehe und muss mich erstmal mit allen bekanntmachen, ich kenne die Abläufe nicht, ich komme mir verloren vor, ich muss quasi wie ein Erstklässler, wie so ein Pennäler, überhaupt erstmal die Company kennenlernen. Das ist doch alles Stress. Also wer mir erzählt: „Der Neue oder das Neue gibt irgendwo einen Kick.“, der belügt sich doch selbst. So, und ich habe noch nie Bock auf irgendwas Neues gehabt, das Alte war doch gut. Ich bin immer nur gezwungen, wenn das Alte kaputt ist oder nicht mehr funktioniert, und das gilt für das iPhone, das eben nicht mehr geht, wie für bestimmte gesellschaftliche Dinge, die eben nicht mehr funktionieren, dann werde ich durch irgendwie etwas gezwungen, mich an das Neue zu gewöhnen. Und irgendwann ist es eine Gewohnheit, dann ist es auch in Ordnung. Das nennen wir Fortschritt. Aber diese Schnittstelle vom Alten zum Neuen, die geht mir mächtig auf den Sack. Und die habe ich eben beschrieben. Und ich bin immer froh, wenn ich eben nicht diese Schnittstellen habe. Ich habe auch die Typen nie verstanden, die sich immer das neueste Gerät gekauft haben. Und die vor einer Apple-Filiale campen. Und die immer das Coolste und Neueste und Hippste haben mussten. Eh, das ist alles Stress. Geh mir weg mit dem Mist.
Annette Müller: Das finde ich jetzt grade so lustig. Ich stelle mir das grade vor, vor eine Apple-Filiale zu campen, um das neueste Gerät zu holen. Also so weit geht es bei auch nicht. Aber freust du dich nicht auf ein neues Auto?

Falk Al-Omary: Nein.

Annette Müller: Nein?

Falk Al-Omary: Nein.

Annette Müller: Dann habe ich dich falsch verstanden.

Falk Al-Omary: Ich hasse das. Also ich kaufe mir alle drei Jahre ein neues Auto aus steuerlichen Gründen. Aber allein die Tatsache, dass ich zum Autohaus fahre – also ich gebe meinen Autos auch Namen, um mich hier mal irgendwie zu outen, also da habe ich ein bisschen was Kindliches. Das liegt daran, dass ich im Jahr sehr viele Kilometer fahre, ich fahre 50000, 60000 Kilometer im Jahr. Und mein Auto ist wie so ein Wohnzimmer. Und da muss jeder Griff sitzen. Und plötzlich hast du ein neues Auto. Auch wenn du das gleiche Modell kaufst, dann sind die ganzen Ablagen anders, die ganze Steuerung ist anders, die ganzen Routinen sind anders. Eh, du fährst doch wieder wie ein bekiffter Fahrschüler in einem neuen Auto die ersten 100, 150, 200 Kilometer. Das ist Stress. Ich finde es auch stressig, das Auto umzuräumen. Das alte ist doch gut. Und jetzt gehe ich mal einen Schritt weiter. Du fährst doch auch so einen Schiff wie ich, so eine SUV. Jetzt kommt die Politik und sagt: „Fahr mal ein E-Auto.“ Dann kaufst du dir einen Tesla. Und dann fährst du mal von Stralsund nach München. Da will ich mal gucken, wie sehr du dich freust.

Annette Müller: Das ist ein Rauskick des Neuen. Also wir haben vorher schon gesagt, also: „Der Kick ist nicht unbedingt nur positiv zu sehen.“, sondern es heißt auch: „Das Alte wird damit rausgekickt, um einen Kick des Neuen zu bekommen.“ Also mein Neues, was mir gefällt und was mich freut, ist: Wenn ich zum Beispiel ein Paket aufmache und eine neue Sache dann bekomme. Ich möchte einfach nicht bis übermorgen warten und auch nicht bis Weihnachten, bis ich dann meine Geschenke aufmachen kann. Sondern ich möchte die immer sofort sehen. Und ich freue mich auch an diesen neuen Sachen. Ich freue mich an neuen Kleidern. Weil sie sauber und adrett sind und nicht ausgewaschen. Ich freue mich an zum Beispiel einer neuen Wohnung, die ich einrichten kann. Und passe dann am Anfang ganz gut darauf auf, bis dann irgendwann der Schlendrian wieder reinkommt und ich denke: „O Gott, jetzt ist Zeit zum Umziehen.“

Falk Al-Omary: Ja, du denkst da sicherlich etwas langfristiger. Also wenn du sagst: „Natürlich ist eine neue Wohnung“, die siehst du, freust dich drauf und sagst: „Oh, das ist schön, dann stelle ich da die Küche hin. Und dann kommt da dieser Sessel.“ Und dann malst du dir das in deiner Phantasie aus. Ich verstehe, dass man das nominell erstmal schön finden kann. Wenn du mir sagst, du kriegst eine neue Wohnung, dann sehe ich nicht die fertig eingerichtete Wohnung, sondern ich sehe den Stress. Dann ist mein Gedanke: „Verdammte Axt, bis die Telekom dir eine Leitung gelegt hat, bist du schon fast wieder am Ausziehen.“ Dann denke ich dran, wie es ist, Kisten zu schleppen. Da kriege ich schon einen Hals. Dann denke ich dran: „Wie machst du das denn jetzt?“ Dann fühlst du dich ja erstmal fremd. Das ist wie die erste Nacht in einem Hotelzimmer. Die erste Nacht pennst du nicht gut. Erst ab der zweiten oder dritten funktioniert das. Und ich sehe diese Sollbruchstelle vom Alten zum Neuen, die ich als tierischen Stress empfinde. Und dann sagst du, du freust dich auf Geschenke. Ich hasse Geschenke. Ich finde das zum Kotzen, Geschenke zu kriegen, weil ich Geschenke immer mit einem Hintergedanken betrachte. Da gibt dir irgendjemand etwas, um dich in irgendeiner Art und Weise zu korrumpieren. Also ich empfinde Geschenke als Belastung, ich hasse das, wenn mir irgendeiner ein Paket schickt, zumal unaufgefordert. Wenn ich was will, dann kaufe ich es mit. Schenken, da kriege ich Plaque. Ich freue mich da null drauf. Und ich hasse es auch, Pakete auszupacken. Weil, der Prozess des Auspackens geht mir schon auf den Sack. Kann ich alles nicht ab. Also ich teile deine ganze Auffassung nicht.

Annette Müller: Also für dich ist das Neue kein Kick. Um dich herauszufordern, wenn alles beim Alten bleiben würde, wie wäre denn das?

Falk Al-Omary: Routiniert.

Annette Müller: Und wie wäre das dann? Wäre das effektiver? Wäre da angenehmer? Wäre es zielführender? Wie wäre das, wenn alles beim Alten bliebe?

Falk Al-Omary: Also ob es zielführender wäre, kann ich nicht sagen. Die Frage ist ja: Was ist das Ziel? Oder wer definiert das Ziel?

Annette Müller: Ja, genau.

Falk Al-Omary: Das ist relativ schwer zu sagen. Also wenn ich sage, ich habe einen neuen Kunden, dann freue ich mich natürlich, wenn ein neuer Kunde auftaucht. Aber zunächst einmal, du musst dich kennenlernen. Also natürlich ist es für mich jetzt auch mal aus unternehmerischer Sicht, ich mit dem Kunden schon ein, anderthalb Jahre zusammenarbeite, dann ruft irgendjemand an. Du kennst die Journalisten, du kennst die Themen, du kennst das alles. Du bist in allem drin. Das heißt, ich habe in 5, 10, 15 Minuten etwas erledigt, was ich für einen neuen Kunden in ein, zwei Stunden erledigen muss, weil ich mich erst eingewöhnen muss. Dann freue ich mich über die Tatsache, jemanden von mir und meinen Fähigkeiten überzeugt und einen neuen Kunden gewonnen zu haben. Das ist dann ein Kick: „Wow, super.“ Der ist da gewünscht, das ist soweit gut. Aber im Operativen brauche ich natürlich länger. Ja, und nicht umsonst sagt man ja im Unternehmensleben: „Es ist viel günstiger, einen Kunden zu halten, als einen neuen Kunden zu gewinnen.“ Weil der Aufwand, den neuen Kunden zu akquirieren, Geld und Zeit und Ressourcen kostet. Und den neuen Kunden dann wieder an dich zu binden, sich irgendwie einzugrooven auf der emotionalen technologischen prozessualen Ebene, das wiederum ist dann Stress. Und natürlich ist es viel bequemer für ein Unternehmen, zehn Kunden über zehn Jahre hinweg zu betreuen, als permanente Fluktuation zu haben. Und jetzt sage mir: Ist das zielführender oder nicht? Es ist sicherlich zielführend, Dinge zu erhalten und Dinge zu vertiefen. Und Dinge so zu entwickeln, dass die immer routinierter, immer besser werden. Dann sind sie auch effektiver. Das Neue ist nicht zwingend gut. Es ist aber auch nicht zwingend schlecht. Das muss man schon differenzieren. Ich verstehe die Begeisterung für das Neue, ich merke aber auch: Ich bin für manches echt zu alt.

Annette Müller: Also neue Besen kehren gut. Das ist ja so ein Ausspruch, an den man sehr viel Hoffnung knüpft. Und die Hoffnung, die trügt ja ganz oft. Dann sieht man, diese neuen Besen, die kehren lange nicht so gut wie die alten. Also die alten sind dann schon oft praktischer und schon genauso in ihrer Form wie man das eben gebracht hat, oder wie man sie eben im Gebrauch geformt hat.

Falk Al-Omary: Ja, das übertrage doch mal auf Menschen. So, jetzt mache ich Marketing. Und ich bin gut in PR, ich bin in den klassischen Medien, ich weiß, wie so ein Magazin funktioniert. Ich bin noch in der Print-Welt großgeworden. Früher, als ich mit PR anfing, da gab es in meiner Heimatregion, in Siegen Drei-Tages-Zeitungen und ein Lokalradio und ein Studio des WDR für so ein lokales Fenster. Da war von Xing und LinkedIn noch nicht die Rede. Das ist ja heute auch schon wieder alt. So, da war PR: Wann komme ich denn mal in die regionale Zeitung? Da war die Welt noch einfach. Ich will das nicht glorifizieren. Weil, natürlich ist dann, wenn das dann nicht gelungen ist, dann war auch sehr klar, was dann eigentlich erfolgt. Du hast natürlich heute viel mehr Möglichkeiten, einen Erfolg zu generieren. Und dich unabhängig von einzelnen Akteuren zu machen. Das ist erstmal ein Vorteil. Aber die Komplexität, die ganzen Wechselwirkungen: „Hier ist ein Shitstorm, du machst irgendwas auf Facebook. Und auf Twitter kriegst du plötzlich einen Shitstorm dafür.“ Du stehst irgendwo in der Zeitung und irgendeiner macht dann daraus eine Social-Media-Kampagne. Die Komplexität ist so brutal groß geworden. Ist das denn am Ende des Tages besser? Es ist doch erstmal nur komplexer. Und dann ist es meine Aufgabe, das zu reduzieren und zu sagen: „Wir müssen diese Komplexität runterdampfen.“ Weil, eins ist geblieben: Das, was dich als Unternehmen ausmacht, was dich als Person ausmacht, was dich groß macht, was du leisten kannst.“ Das hat sich natürlich auch technologisch verändert. Aber im Kern ist das noch das Gleiche. Lasst uns das entsprechend runterbrechen. Aber wir haben tausend Kanäle mehr. Und jetzt komme ich zu den Personen. Ich weiß, wie es geht. Und ich habe das über 20, 30 Jahre lang mitbekommen. Und dann kommt irgendein 18-, 19-jähriger Hipster mit so einem Kapuzenshirt und erzählt dem Kunden: „Hey, ich bin der geilste Facebook- und Insta-Marketer.“, kommt mit seiner Jugendsprache und erzählt dem Kunden irgendwas. Und wer ist denn jetzt besser? Dieser Digital-Native-Vogel mit seinem Kapuzenshirt? Oder ich mit 30 Jahren Erfahrung? Und dann hätte ich da eine Antwort drauf. Der Kunde hat sie nicht. Und da wird einfach auch viel Scharlatanerie: Ist das Neue jetzt geiler? Ich will nicht sagen, dass „neu“ und der junge Mensch inkompetenter ist. Nur, ich kann eine Erfahrung nicht zwingend wettmachen. Und ich bin immer dankbar, wenn ich in Unternehmen mit 40-, 50-jährigen zu tun habe, die haben schon was erlebt. Die haben schon mal in der Scheiße gesessen. Und wenn du mit denen dann über die Scheiße redest, dann weißt du gemeinsam, wie es denn riecht. Das hat ein 18-, 19-jähriger nicht. Da ist das Verständnis ein ganz anderes. Und deswegen bin ich, ehrlich gesagt, mit dankbar, mit irgendwelchen Menschen zu sprechen, die im Leben schon irgendwas durchhaben. Und wenn die genug durchhaben, dann haben die auch keinen Kick beim Neuen mehr. Dann haben die Freude dran, wenn einfach mal nur einen Monat irgendwas so bleibt, wie es ist.

Annette Müller: Also ich glaube, ich gehe heute mit einem anderen Blick in meine neue Wohnung, Falk. Ich kaufe mir auch kein neues Auto und auch kein neues iPhone, wenn ich es dann brauche. Ja, was mache ich jetzt, wie hole ich mich jetzt aus diesem Loch raus? Ah, doch, ich weiß es. Ich freue mich auf das nächste Land, was ich bereisen werde. Denn das wird neu. Und dann mache ich neue Erfahrungen. Und ich fühle mich lebendig. Um meine Sicht der Weise noch ein bisschen zu vertiefen und dir nahezubringen, vielleicht auch Ihnen, liebe Zuhörer. Ich fühle mich im Neuen, in einer neuen Umgebung, immer sehr lebendig. Also ich fühle mich da, ich fühle mich geistig wach, ich fühle mich auch herausgefordert. Und ich fühle mich im Moment, und das ist ungefähr so, ich betrachte die Welt dann mit anderen Augen, das heißt, ich habe eine andere Blickweise, ich sehe Blumen ganz anders zum Beispiel. Wenn man mir sagt: „Das ist jetzt eine ganz neue Blume.“ „Ach, warum ist das jetzt eine ganz neue Blume?“ „Ja, weil ich sie vorher noch nicht gesehen habe.“ „Was macht diese Blume anders als andere?“ Dann wird es mir gesagt. Und dann werde ich ein Gespür und eine Sichtweise und eine Wahrnehmung dafür entwickeln. Weil ich sie ja vorher noch nicht hatte, ist diese neu und erweitert damit meine Welt. Also die Welt meines individuellen Erlebens. Und das ist etwas, was ich sehr angenehm und sehr schön finde. Und wenn ich das nicht hätte, oder wenn das nie wieder kommt, dann wäre ich sehr traurig.

Falk Al-Omary: Ja, also ich verstehe das, wie gesagt, auch. Du hast dir da, glaube ich, dann auch etwas Kindliches, Jugendliches, etwas Wildes, nennen wir es mal so neutral, irgendwo bewahrt. Natürlich macht es Spaß, etwas Neues zu entdecken, wenn das neutral ist. Ich nehme es so wahr-, und ich bin ja viel mit Business-Menschen zusammen, also ich bin jetzt Mitte 40, und ich sage mal so, mein soziales Umfeld ist in der Regel dann auch zwischen 40 und 50 irgendwo, da sind die Dinge nicht mehr zweckfrei. Also ich muss etwas Neues lernen, weil ich jetzt zwingend diese Kompetenz brauche, um irgendeine Aufgabe zu erfüllen, um irgendjemandem zu genügen. Also ich lerne nicht wie ein Kind völlig beherzt und absichtslos, sondern ich lerne in der Regel einem Zweck dienend. So, und das ist natürlich ein anderes Herangehen. Und wenn du sagst: „Hey, ich bereise so ein Land und lerne da was kennen und neue Leute. Und ich habe auch Zeit und Muße, mir das irgendwie alles reinzutun. Und ich bin da ziellos unterwegs, nur um zu erfahren.“ Ich glaube, dass das etwas Wunderbares ist. Und das will ich niemandem absprechen. Und wer sich das bewahrt hat, ich glaube, der führt ein glückliches Leben. Das, was ich meine, ist ja immer, dass andere, die irgendetwas oktroyieren: „Du ziehst in die Wohnung um, weil, die andere Wohnung ist halt zu klein geworden.“ Also es ist ein Mangel. Das genügt mir nicht mehr. Jetzt muss ich in eine größere Wohnung. Habe mich aber vorher da nicht unwohl gefühlt. Nur, ich bin halt eben gewachsen als Mensch oder als Unternehmen. Also ist eine Veränderungssituation entstanden. Die habe ich auch selbst natürlich herbeigeführt, aber es ist eben, wie du sagst, der Lauf der Dinge: Man wächst. So, aber das ist ja erstmal nicht schön. Also ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Raupe irgendwie gerne zum Schmetterling wird. Also ich glaube, dass der Prozess dahin gar nicht so cool ist, wenn da irgendwie alles aufplatzt und plötzlich kommen da Flügel raus. Das mag jetzt vielleicht eine Frau, wenn sie sagt, sie ist schwanger, man mag sich auf das Kind freuen, aber die Geburt ist doch erstmal Mist. Zumindest habe ich noch keine Frau dabei lachend und freudestrahlend gesehen. Sondern die meisten sind ja schmerzerfüllt. Also solche Transformationsprozesse sind im prozessualen Vorgang anstrengend, nervig, schmerzhaft. Und sind erst nachher schön. Also es wird immer erstmal schlimmer, bevor es besser wird. Und ich rekurriere als jemand, der sagt: „Jetzt kommt eine Veränderung.“ erstmal auf diesen schmerzhaften Prozess. So, und das, glaube ich, prägt so ein bisschen die Aussagen, die ich mache. Ich bin gerne woanders, aber ich habe keinen Bock zu reisen.

Annette Müller: Ja, wie Feuer und Wasser. Ganz am Anfang habe ich Sie gewarnt, liebe Zuhörer, dass das sehr kontrovers wird. Also ich freue mich weiterhin auf das Neue. Ja, was erwartet uns deiner Meinung nach Neues jetzt in der Zukunft? Wir haben ja jetzt auch so ein bisschen den Begriff der neuen Normalität. Also da will ich gleich sagen, dass mir diese Vorstellung des Neuen keinen positiven Kick verschafft.

Falk Al-Omary: Ja. Also was meint denn „neue Normalität“? Das meint ja auch nur, dass es irgendwelche Veränderungen gibt, die andere oktroyiert haben. Das war bei der Corona-Zeit das Thema „Lockdown“. Und jetzt müssen wir uns eben dran gewöhnen, dass wir von Menschen Abstand halten. Das fällt mir nicht so sonderlich schwer. Also ich finde Social Distancing-, habe ich schon immer cool gefunden, bevor es Corona gab. Aber das ist für jemanden, der sehr gesellig ist, ein extrem schmerzhafter Prozess. Und den kannst du nicht mal eben einfach umgewöhnen. Ich nehme 80 Prozent meiner Mahlzeiten in Restaurants ein. Wenn die Restaurants zu sind, beziehungsweise in der Zeit, als sie zu waren, war das für mich schon auch schmerzhaft. Und da will ich mich gar nicht dran gewöhnen. Wenn das die neue Normalität ist, die habe ich mir nicht ausgesucht. Und das zahlt ja voll auf das ein, was ich eben gesagt habe. Andere beschließen etwas: „Du darfst jetzt nur noch E-Auto fahren, darfst keinen Verbrenner mehr fahren, die Autos sollen kleiner werden.“ Ich fahre aber einen Q7. Ich kann nicht mehr ins Restaurant, weil irgendein Virus unterwegs ist. Das sind doch alles Dinge, die von außen kommen. Wenn du jetzt sagst, du reist und tust das aus freien Stücken, dann suchst du dir das Land aus, du suchst dir das Hotel aus, du suchst dir die Reiseroute aus. Da, wo ich selbstbestimmt Veränderungen gestalten kann, da mag man einen Kick dafür empfinden. Aber 80, 90, wenn nicht noch mehr Prozent von Veränderungen sind doch von anderen oktroyiert. Irgendeiner macht irgendetwas, und ich bin dann der Blöde, der hinterherrennen muss und in einen Prozess geworfen wird. Und da ist doch eigentlich die Problematik. Und am Ende reden wir gar nicht über den Kick, sondern wir reden über die Freiheit der Entscheidung, mir meinen eigenen Kick auszusuchen. Den meisten Kick, den ich empfinde, ist nur der Tritt in den Arsch, der von anderen verursacht wird.

Annette Müller: Also da möchte ich dir beipflichten. Ja, also diese Art des neuen Lebens, was mir sozusagen aufgestülpt und übergestülpt wird und Freiheiten entzieht, also das gefällt mir überhaupt nicht. Und das, was da eben Neues sozusagen da ist und auf uns zukommt: Nein, der Kick, auf den kann ich oder könnte ich liebend gern verzichten. Und trotzdem, das Neue ist etwas, was mich weiterhin reizt.

Falk Al-Omary: Ja, ich will jetzt auch nicht der große Defätist sein. Das Neue hat natürlich auch einen Wert. „Das Neue ist des Alten Feind.“ „Das Bessere ist des Guten Feind.“ Das ist ja so ein Standardspruch. Und natürlich hat es Sinn, Dinge weiterzuentwickeln und Dinge zu vertiefen. Es gilt für bestehende Beziehungen auch. ich bin aber ein Freund davon, das Bestehende zu erneuern und zu vertiefen. Und nicht immer das Neue anzuschaffen. Und jetzt lass uns auch vielleicht mal über den ökologischen Gedanken reden, über Nachhaltigkeit reden. Du hast jetzt eine Liebesbeziehung und der Freund gefällt dir nicht, mit Elitepartner und wie diese ganzen Plattformen heißen, so eine Tinder-Mentalität. Ich wische nach links, gefällt mir, gefällt mir nicht. Das hatten unsere Großeltern nicht. Deren Beziehungen waren stabiler. Die waren nicht immer schön, aber die waren gezwungen, sich zusammenzuraufen. Ich kann nicht menschliche Beziehungen wegwerfen wie das iPhone. Und selbst das kann ich nicht wegwerfen, weil da noch irgendwelche Wertstoffe drin sind, da kommt auch irgendein Grüner und sagt: „Das geht doch nicht.“ Also Dinge zu erhalten und Dinge länger zu nutzen gilt für menschliche Beziehungen, gilt für Geschäftsbeziehungen, gilt für technische Geräte, gilt auch für das eben angesprochene Auto. Ich verhalte mich doch umso gesellschaftskonformer, umso ökologischer, umso ökonomischer, je länger ich etwas nutze und je länger ich in etwas investiere, um es zu erhalten. Das heißt, das Neue ist doch im Grunde gar nicht so fürchterlich cool. Und das Neue gibt mir vielleicht den Kick, wenn man jetzt da so rangeht, wie du das am Anfang beschrieben hast. Aber das Alte ist deswegen ja nicht schlecht. Es ist deswegen nicht wertlos, es ist deswegen nicht aus der Welt. Und auch das hat seine Berechtigung. Und vieles, was ich alt finde, weil ich vielleicht etwas abgelegt habe, ist für andere, die sind noch weiter hintendran in der Entwicklung, immer noch neu genug, hat immer noch einen Wert. Also wir dürfen nicht alles Alte oder alles Bestehende entwerten, und das Neue zur Religion erheben. Man darf doch auch mal etwas Gutes gut sein lassen und es erhalten und ihm einen Wert beimessen. Also da bin ich diese Wegwerfkultur, gegen diese Billigkultur, gegen permanent alles austauschen. Das ist momentan im ökologischen Gesichtspunkt natürlich auch etwas. Und nennen wir es gar nicht mal ökologisch, weil ich gar nicht in diese links-grüne Ecke rein will. Aber im Sinne von Nachhaltigkeit, von Wertschätzung, etwas geben, das hat schon auch seinen Wert. Und dann relativiert sich der Kick des Neuen. Und würde ich nicht alle drei Jahre ein neues Auto kaufen, sondern mein Auto länger fahren, würde ich mich im Grunde im Sinne neuer Wertmaßstäbe viel sozialer verhalten als durch den Kick des neuen Autos, den du eben beschrieben hast, auf den du dich freust. Also so ganz einfach ist das am Ende gar nicht.

Annette Müller: Was mich zu Antiquitäten bringt. Weil, Antiquitäten sind ja nur das Gegenteil von neu, aber die schätzen wir ja auch sehr. Und die steigen ja auch im Wert. Also man kann ja jetzt nicht sagen, dass nur das Neue noch wertvoll ist und zählt.

Falk Al-Omary: Richtig. Also Vintage ist grade wieder schwer im Kommen. Und deswegen ist auch die Frage: Was ist denn neu? Wenn etwas Altbewährtes neu in mein Leben tritt, ist die Sache alt, aber für mich ist sie neu. Also viele Dinge sind auch gar nicht so einfach in der Beurteilung ihrer Modernität, sondern das liegt im Auge des Betrachters. Aber ich bleibe eben dabei: Ob es wirklich ein Kick ist, ich glaube, den habe ich nur, wenn ich mich selbst für das Neue in meinem Leben, auch wenn das etwas Altes ist, aber auch, wenn es eben was Neues ist, wenn ich mich dafür aktiv entscheide. Das Wort „Kick“ besetzen wir ja positiv. So, und diese positive Besetzung des Neuen bedingt eine positive Herangehensweise an den Veränderungsprozess. Und der kann nur in dem Moment positiv sein, wo ich ihn aktiv willentlich und bewusst entscheide. Und dann verstehe ich, dass jemand den Kick hat. Ich lasse gerne die Entscheidung für Neues mal andere treffen.
Annette Müller: Ja, also lassen wir uns überraschen, was noch viel Neues in der Zukunft auf uns tatsächlich zukommt. Klingt wie Zukunft. Und dann können wir ja entscheiden: Wie gehen wir damit um? Freuen wir uns drauf? Gibt es uns einen Kick? Oder müssen wir es notgedrungen annehmen, etwas Neues lernen, uns damit aus der Komfortzone zu bewegen und zu wachsen. Ob wir das nun freiwillig tun oder unfreiwillig tun. Es bietet alles eine Chance. Und es bietet uns auch eine Chance zu entscheiden, wie wir mit diesen Dingen umgehen. Ob wir es als sehr lästig empfinden und uns dagegen wehren? Oder ob wir sagen: „Okay, wenn es nicht anders geht.“ Oder ob wir uns auf eine Veränderung oder auf etwas Neues freuen.

Lieber Falk, ich danke dir für das Dabeisein heute. Und ich freue mich noch auf weitere sehr interessante Gespräche, Gedanken zur Menschlichkeit. Und wir haben hier heute, liebe Zuhörer, von zwei kontroversen Menschen die Einstellungen und die Emotionen gehört und miterlebt, wie wir mit dem Neuen umgehen. Und vielleicht konnten Sie ja die eine oder andere Anregung davon mitnehmen. Oder haben sich auch in der einen oder anderen Ansichtsweise wiedergefunden. In dem Sinne freue ich mich auf ein nächstes Mal, hier mit Ihnen wieder zusammen zu sein. Und vielen Dank für das Dabeisein.

Auf Wiederhören.

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