Heil Camp

Heil-Camp in Pondicherry, Indien – die Vorbereitung

Das Heil-Camp in Indien entsteht

Schon im Flugzeug direkt, nach der Landung, rieche ich es! Es hat sich nicht verändert. Vor 15 Jahren war ich zuletzt in diesem Land. Indien! Eine leicht beissende Mischung aus Teufelsdreck mit Schwefel, Salpeter, Räucherstäbchen und Mottenkugeln. So riecht Indien. Aber nicht immer!

Indien

Ganesha

Der Geruch überfällt mich regelrecht und mit ihm die absolute Gewissheit: ich bin jetzt in Indien! Ich bin da! Fix und fertig vom Flug, der Boden schwankt so ganz leicht unter mir, gehe ich an einer ganzen Reihe wunderschöner Schnitzarbeiten vorbei. Die indischen Götter begrüßen mich. Alle stehen Spalier! Shiva, Vishnu, Brahman, Saraswati und Laxmi freuen sich darüber, dass ich wieder da bin.

Wie? Er hat einen Elefantenkopf?

Dann kommen viele verspielte Figuren von Ganesha, dem Gott mit dem Elefantenkopf. Er ist der Sohn von Shiva und Parvati. Als Shiva endlich nach vielen Jahren von einem Krieg zurückkam, erkannten sich Vater und Sohn nicht. (Es gab noch keine Fotos und auch keine Handys….) Shiva wollte ins Gemach seiner Frau und Ganesh versuchte seine Mutter zu beschützen und versperrte dem vermeintlich Fremden den Weg. Da hieb ihm Shiva den Kopf ab! Tja! Und um ihm das Leben zu retten oder um ihn wieder lebendig zu machen, brauchte er den Kopf eines anderen Lebewesens. Das erste, das Shiva über den Weg lief war ein Elefant, und so kam der Sohn Parvatis zu seinem Elefantenkopf. Also so war das und nicht anders!! Ok?!

Indien

Lord Gamesha

Ich frage mich manchmal ist der Elefant eigentlich tot, oder lebt er weiter, da sein Kopf ja auf dem Sohn ist….. Kopfschüttel!

Ich habe ein E-Visa. Das ist genial. Geht ruck zuck im Internet. Die ganz große Überraschung war, dass es 2 separate immigration Schalter gab, extra für E-Visas. Und da waren nur 4 Touristen vor mir. An den anderen Schaltern waren hunderte von Menschen die an den anderen Schaltern zur Passkontrolle anstanden.

Der Kontrolleur war sehr nett, gar nicht barsch und forsch wie ich das von früher kannte. Auch angenehm. Dann ging ich zum Ausgang. Das Handgepäck musste da nochmal auf ein Band um durchleuchtet zu werden. Hier ging also das Chaos los. Eine Traube von Menschen nicht neben sonder scheinbar übereinander stapelten ihr Gepäck auf dieses Band, ebenso übereinander. Nun, es regelt sich alles von selbst. Die einzelnen Gepäckstücke verteilten sich mehr oder weniger automatisch in dem sie runter fielen. Ich wollte meinen kleine Koffer auf das Band legen und eine Lücke abwarten. Aber kaum schien es als würde eine entstehen kam ein geübter Inder oder eine Inderin und schob ihren Koffer, Tüte, Sack oder die blaue Ikea Tasche drunter…. Ich gab auf und warf meinen Koffer auch einfach darüber…. blieb mir ja nix anderes übrig. Dann gig ich durch die Schleuse um meine Gepäck wieder vom Band zu holen. Hier türmte sich dann alles noch mehr. Das gab mir Zeit mich ein wenig um zu sehen….. es war kein Mensch da, der den Inhalt der Gepäckstücke kontrolliert hätte. Der Bildschirm mit den Bildern war verlassen und die Bilder zogen ungesehen vorüber….. Indien eben.

Zeitraffertempo

Dann ging es zum Geldwechseln. Das muss man einfach mal gesehen haben. In welcher Geschwindigkeit die Scheine gezählt werden… faszinierend. Wäre ich nicht so müde gewesen hätte ich das gerne aufgenommen. Aber dann hätte man mir unterstellt ich würde das Video im Zeitraffer abspielen….

Indien

Mein Koffer vom Band holen! Hier muss man auch sehr vorsichtig sein. Einen Wagen in die Achillesehne zu bekommen, diese Gefahr droht zu jeder Sekunde…

Ah das ist mein Koffer ich sehe ihn und will gerade hinlangen, just in dieser Sekunde schiebt sich ein Inder in den Millimeter der zwischen mir und dem anderen Inder neben mir war. Ich beuge mich ein wenig mehr über das Band um meinen Koffer wieder mit dem Blick zu erhaschen, aber der Inder der jetzt vor mir ist, macht das gleiche.

Da kommt ein Ungetüm von Koffern und direkt danach ist meiner… ich setze mich in Bewegung um nach ihm zu greifen, dies spürt der Inder vor mir und reagiert. Er dreht sich rum erfasst die Situation und macht Anstalten mir den Koffer vom Band zu holen… aber er ist zu langsam… der Koffer ist schon an ihm vorbei und an mir auch gleich wenn ich nicht wirklich blitzschnell zu fasse und es gelingt  mir, ich zieh fest an, der Koffer ratsch über die Bande und fällt ihm fast auf die Füße. Lächelnd und mit dem Kopf wackelnd verzeiht er mir großzügig, es ist ja nichts passiert.

Telepathie

Langsam merke ich, dass es heiss geworden ist, es ist Zeit meine Jacke aus zu ziehen. Ach du lieber Himmel. Die Jacke ist ja weiss! Ich habe ein weisse Jacke mit nach Indien genommen! Mein Gott, wie kann ich nur so blöd sein und eine weisse Jacke mit nach Indien nehmen. Tja, man vergisst eben.

Auf geht es, meinen Fahrer suchen. Ich werde abgeholt. Es wird jemand in der Menge stehen mit einem großen Schild auf dem Annette Müller steht. Überall stehen Männer mit Schildern, aber nicht meiner. Wild gekleidete Sadhus stürmen auf mich ein TAXI TAXI – aber ich brauche kein Taxi. Da kommt ein Mann und will mir die Koffer abnehmen. ‚Nein die geb ich nicht her. Als ich dann merke, dass er so ein Hemd mit dem Flughafen Logo anhat, darf er dann doch meine Koffer ziehen und von ihm erfahre ich merkwürdiger weise, dass mein Fahrer wohl viel weiter hinten steht. Diese Kommunikation muss auf telepathische Weise vonstatten gegangen sein. Anders ist das nicht zu erklären.

Indien

Da steht er dann und lächelt. Mein Name auf einer Pappe. Ich mache ein Foto! Das muss man doch festhalten. Der Mann der die Koffer zieht begleitet uns zum Auto, lädt die Koffer ein und hält die Hand auf. Klar! Aber ich habe nur große Scheine. Ich gebe ihm dann eine Euro Münze. Er ist nicht zufrieden. In letzter Hoffnung, dass ich doch noch Rupies habe, die ich ihm geben kann, hält er die Tür zur Rückbank auf und scheint mir zu sagen, dass ich da schlafen könne auf dem Weg. Doch ich möchte gerne vorne sitzen, damit ich was sehe von der Fahrt.

Wie gut, dass man vergisst

Kaum habe ich es mir vorne bequem gemacht, Sitzbank verstellt und so weit wie möglich zurückgeschoben und die Fahrt geht los, habe ich das bereut. Adrenalin schießt mir durch die Adern, eine Geisterbahn mit 8er Bahn ist nix dagegen. Voll Karacho geht es durch die Menschenmenge und dann auf die Hauptverkehrsstraße die im Dunklen wie aus Mad Max wirkt. Utopisch, Alien, Endzeit!

Indien

Irgendwann war es mr dann zu anstrengend weiter Angst zu haben. Mein Verstand wusste, ich habe gutes Karma und wenn nicht, dann kann ich auch nix ändern und damit habe ich dann die Augen zugemacht. Das hilft.

Indien

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