Annette Müller: Gespräche zur Menschlichkeit

Episode #75: Heiler – Eine Berufung für die ganze Welt

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Intro: Die Evolution lehrt uns, dass nur der optimal Angepasste in der Natur überlebt. Doch wie angepasst müssen und dürfen wir Menschen in unserem Geist sein, damit Menschlichkeit wieder Einzug erhält in Unternehmen und in unser Verhalten? Diskutieren Sie gedanklich mit, wenn die Publizistin und Bewusstseinsrevolutionärin Annette Müller sich im philosophischen Diskurs Gedanken zur Menschlichkeit und zum Sinn des Lebens macht und Antworten auf die dringenden Fragen der Zeit gibt.

Corina Klein: Herzlich willkommen, liebe Zuschauer, heute in unserem Gesundheitsfernsehen. Wir gehen heute mal auf Reise und zwar wie Heiler ohne Grenzen, wirklich auf einer ganz besonderen Ebene, Wunder bewirken. Aber diese Wunder können gelernt werden. Und da habe ich heute Annette Müller bei uns, die wirklich schon viele Ärzte und Therapeuten ausgebildet hat, das wirkliche gute Heilwissen und die Werkzeuge in die Welt zu bringen. Und was da so Besonderes erlebt wurde, erfahren Sie heute auch von unserer Ärztin. Bleiben Sie dran. Hallo zusammen, schön, dass ihr beide da seid. Wieder eine schön Runde.

Ruth Kohl-Munthiu: Danke schön.

Corina Klein: Ja, liebe Annette, du bildest Ärzte aus, wie ich schon in der Anmoderation gesagt habe. Aber auch Therapeuten. Und liebe Ruth, du bist ja Kinderärztin, aber auch Therapeutin und ich freue mich sehr, da wir schon einige Sendungen gemeinsam hatten, dass du uns jetzt mitnimmst auf die Reise, weil du ja beide Seiten erlebt hast. Ja, du warst ja auf der einen Seite als Schulmedizinerin in diesen dritten Weltprojekten drin und auf der anderen Seite warst du jetzt drei Wochen in Mexiko mit sechs verschiedenen Heilerinnen, also 6 ausgebildete Heilerin kamen mit und haben dann quasi über 120 Leute behandelt. Und das wäre natürlich für mich sehr spannend, was da der Unterschied war. Ja, was, was hast du da erlebt? Früher?

Ruth Kohl-Munthiu: Ja, also erstmal, ich bin immer noch sehr beseelt, sehr dankbar für diese Erfahrung. Und ich muss sagen, was sehr besonders war, jetzt auch in unserem Camp mit Heiler ohne Grenzen, ist, dass wir in einem sehr schönen Ambiente untergebracht waren. Diese kleine Gruppe. Es ist alles sehr, sehr familiär und die Erfahrung zu machen, dass wir wirklich Tag für Tag das, was wir gelernt haben, dort einsetzen können und unmittelbar dann auch die Ergebnisse zu sehen und die Freude mit den Menschen zu teilen, dass es ihnen besser geht, das ist schon sehr beglückend und dafür bin ich sehr, sehr dankbar. Ich habe auch meine Einsätze früher mit Ärzte für die Dritte Welt oder German Doctors, wie sie heute heißen, gerne gemacht. Und ich denke auch, da geht jeder hin, weil er helfen möchte, den Ärmsten der Armen in den Slums. Man geht dort zu Menschen, die keinerlei medizinische Versorgung haben und man ist etwas länger im Einsatz. Also diese Einsätze gehen meist sechs Wochen, wo man dann seinen Jahresurlaub eben mal auch dafür opfert und unentgeltlich. Also es ist ein humanitärer Einsatz, aber dort haben wir eben nur die Möglichkeiten sehr begrenzt, auch anders als in Deutschland mit ganz banalen Dingen Diagnostik und Therapie zu machen. Und natürlich auch dann nur schulmedizinisch. Und ja, es kann für Menschen dort eine Hilfe sein, wenn sie ein Antibiotikum bekommen. Ein Kind, was unterernährt ist und kaum Abwehrkräfte hat, um eine Infektion zu behandeln. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass Medikamente ja immer auch Nebenwirkungen haben. Und wir wissen ja, dass Antibiotika die Darmflora kaputt machen. Ich sag mal, diese Nebenwirkungen Nebeneffekte, die nimmt man dann auch mit in Kauf. Oder auch Menschen mit chronischen Krankheiten, die dann halt immer wieder auch kommen, auch nach den sechs Wochen. Wenn dann der nächste Einsatzarzt kommt und teilweise sehr starke Medikamente brauchen wegen ihrer schlimmen Hauterkrankungen, wo man nicht in der Form jetzt Heilung erlebt, sondern man lindert vielleicht kurzfristig, weiß dann auch oft gar nicht, wie es weitergeht mit den Patienten, was aus ihnen wird. Und da muss ich sagen, hat mich jetzt bei unserem Heiler ohne Grenzen Einsatz das schon tief berührt, dass wir ja unmittelbar erleben durften nach einer Heilsitzung, wie es den Menschen besser geht, wie die Füße anders stehen, die vorher in der Fehlstellung waren oder wie die Schmerzen von neun auf zwei runtergegangen sind. Also, es ist einfach ein ganz anderes Erleben. Und, wie soll ich sagen, ich habe noch mehr auch das Gefühl, das ich nicht Schade. Bei den Einsätzen früher, da haben wir auch untereinander oft diskutiert: Was tun wir hier? Ist das sinnvoll, was wir hier tun? Dass wir mit unserer westlichen Medizin hier in ein ganz anderes kulturelles System kommen. Also, es gibt da viele offene Fragen und ich will das überhaupt nicht jetzt diskreditieren oder schlecht machen.

Corina Klein: Aber man darf darüber sprechen.

Ruth Kohl-Munthiu: Ich bin sehr dankbar für diese Erfahrung.
Werbung: Es geht gleich weiter. Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, aber Sie sehen jetzt ganz kurz einen Trailer, einen Spot aus einer ganz besonderen Sendung heraus, das mich emotional sehr berührt hat. Und wenn es Sie genauso berührt und Sie finden, diese Sendung müssen Sie sehen, dann gehen Sie bitte in die Beschreibung rein auf YouTube und klicken Sie dort auf den entsprechenden Link. Viel Spaß!
Wenn wir die Medizin als menschenfreundlich sehen, dann war das Antimedizinische, was in den letzten 3 bis 4 Jahren passiert ist. Ich würde sagen, sie steuert auf den größten Kollaps zu, den wir uns überhaupt vorstellen können. Die Schulmedizin ist verkauft. Im Endeffekt ist sie verkauft und sieht den Menschen als Objekt und als Ware. Eine entmenschlichte Ideologie ist das Schlimmste, was passieren kann der Menschheit. Und das ist gerade im Gange und zwar in einem furchtbaren Sinn.
Ruth Kohl-Munthiu: Aber man kommt eben an Grenzen. Und ich habe auch erlebt, dort mal zum Beispiel zwei Frühgeborene, extrem Untergewicht, die ihre Kinder über die sechs Wochen betreut zu haben, die dann in dieses Feeling Programm kamen und so und am Ende meines Aufenthaltes habe ich dann erfahren, dass eines der beiden Kinder verstorben ist, weil irgendein wildes Tier in diesen, in diesem Slum unterwegs war und das Kind eines Nachts dann da eben gerissen hat. Und dann fragt man sich auch. Hm, da sind dann wieder die Umstände da. Warum leben diese Menschen unter solchen Bedingungen? Daran können wir nichts ändern. Wir kommen hin mit unserer Medizin. Aber es gibt noch sehr viel mehr, was man dort verändern müsste. Also, um auch die Mühe, die wir uns gegeben haben, dass sich die dann lohnt. Dieses Kind hat sein Leben trotzdem verloren. Und das hat mich sehr bekümmert damals. Ja, und mit Heiler ohne Grenzen habe ich jetzt auch erlebt, dass wir eben nicht nur ganz bedürftige Menschen behandeln, sondern wirklich alle, die zu uns kommen. Also auch Menschen, die wohlhabend sind, aber die mit ihrem Geld, das sie haben, sinnvolle Projekte unterstützen. Und da kann ich auch ehrlich sagen, ich hatte da am Anfang ein bisschen meine Not damit. Ich habe so ein bisschen damit gehadert. Ist das jetzt in Ordnung, weil ich es eben nur anders kannte und bin aber auch da dankbar für die Erfahrung.

Corina Klein: Ganz kurz mal genauer nachhaken, wer unterstützt welche Projekte? Weil du jetzt gerade gesagt hast.

Ruth Kohl-Munthiu: Wir haben zum Beispiel eine Frau, die auch zur Behandlung gekommen ist, die große Ländereien besitzt. Also, die ist jetzt sicher nicht arm, finanziell gesehen, und kann sich auch einen Arzt leisten oder eine gesundheitliche Versorgung. Aber sie kommt eben speziell, weil sie Heilung möchte, weil sie auf einer tieferen Ebene Heilung erfahren möchte. Und sie ist eine Frau, die sich dort engagiert, die auch zu Anwälten geht und wirklich dafür kämpft, dass das Land erhalten bleibt. Also, dass es nicht zerstört wird durch Menschen, die dort Kupfer abbauen wollen usw. Die, also sie hat ja auch andere Projekte. Sie baut dort auch irgendwelche Dinge an, sie züchtet Pferde. Und ihre ganze Ausrichtung ist so, dass ich sagen kann ja, das kann ich unterstützen, das dient dem Leben. Warum soll ich denn so jemandem nicht Heilung zukommen lassen? Also, Heilung ist für jeden.

Corina Klein: Das hast du ja gesagt. So nach dem Motto, es darf nur den Armen geholfen werden.

Ruth Kohl-Munthiu: Genau, so war ich ja ein bisschen konditioniert. Und das war für mich jetzt.

Corina Klein: Ah Ja, ein Weitergeben von …

Ruth Kohl-Munthiu: Ja, genau.

Corina Klein: Ja. Dadurch, dass man sie erhält, erhält man ja viele weitere schöne Projekte auch.

Ruth Kohl-Munthiu: Und, und diese Frau beschäftigt ja auch viele Menschen dort vor Ort. Also, ich wollte damit sagen, das hat auch noch mal meinen Horizont erweitert, im Unterschied zu meiner früheren Einsatzerfahrung. Dass Heilung wirklich für jeden ist und dass auch die Grenzen in meinem Kopf, die Barrieren, die ich habe, sich senken dürfen und da keine Grenzen mehr sein sollten. Jeder, der kommt, darf Heilung erfahren, der sich das wünscht und das möchte. Und das ist wunderbar.

Corina Klein: Sehr schön. Von den Herausforderungen, von den Patienten her, ist es ein Unterschied von damals? Die Menschen, die bei den „Dritte Welt Aktionen“ zu dir kamen und zu denen, die zu den Heilern kommen? Manchmal sehe ich auch krasse Patientenfälle bei Heiler ohne Grenzen, wenn ich mich an die Interviews mit dir erinnere.

Ruth Kohl-Munthiu: Also, vielleicht insofern, dass man natürlich in diesen Drittweltländern schon viel mehr so auch Hauterkrankungen, Infektionskrankheiten und sowas sieht. Erkrankungen der Atemwege, die durch Luftverschmutzung zustande kommen, die einfach den Lebensbedingungen geschuldet sind. Ein Kind, das im Slum lebt, mit seiner Familie im Dreck, das ist ganz anderen Infektionsrisiken auch ausgesetzt als jetzt jemand, der in Mexiko vielleicht in der Mittelstandsfamilie lebt, aber eben einen, einen Tumor hat, der auch Heilung braucht oder irgendein anderes chronisches Leiden und damit kommt. Also, ich sage mal, da geht es wirklich um das Milieu, aus dem die Menschen kommen. Was dann bedingt, dass die Erkrankungen, die wir sehen, etwas unterschiedlich sind. Aber Heilung brauchen alle und diese Heilung ist auch letztlich für alle da. Also, ich könnte mir auch vorstellen, wenn es mal ein Camp gäbe in den Slums, in Kalkutta oder in, in Bangladesch, wo ich gewesen bin oder auf den Philippinen, dass man auch da mit unseren Heiltools sehr viel bewirken kann.

Corina Klein: Annette, kannst du mal erzählen, wie du dich jetzt zum Beispiel auch für Mexiko entschieden hast? Aber ihr wart ja schon auch in vielen Bereichen. Ich kann mich auch irren.

Annette Müller: Wir waren in Indien, Sri Lanka und Mexiko, mit Heiler ohne Grenzen und jetzt in Mexiko. Ich möchte das aufgreifen. Diese Großgrundbesitzerin, die hat uns dann eben auch eingeladen, auf ihr Gelände, auf ihre Ranch und hat eben auch den, ihren Angestellten ermöglicht, Heilsitzungen zu bekommen. Und da siehst du dann auch, wie das seine Kreise zieht. Und da haben wir auch ganz tolle Erlebnisse gehabt, insbesondere der Capo, der Cowboy, der Night Cowboy. Ja, ja, also das könntest du vielleicht mal schildern, was du da miterlebt hast.

Ruth Kohl-Munthiu: Also, das war sehr faszinierend. Ein Cowboy, ein Mensch, der mit Pferden arbeitet, mit starken Beschwerden, also Schmerzen im Schulter- und Kniebereich und vor allem aber auch in seiner Hand. Er hat uns erzählt, dass er irgendwann, vor 30 Jahren oder so, mal vom Pferd gefallen ist und sich die Hand verletzt hatte und diese Hand nicht mehr richtig schließen konnte. Also, er hatte Mühe, auch beim Reiten und beim Arbeiten und hat sich dann auf die Liege gelegt. Und ich habe angefangen und später kam noch eine andere Heilerin dazu. Wir haben dann zu zweit gearbeitet, sie an seiner Hand und ich Insgesamt und es war wunderbar zu sehen. Also, als die Sitzung dann fertig war und wir ihn gefragt haben: „Wie ist es denn jetzt?“ Die Schmerzen waren vorher bei acht, neun, also Schulter- und Knieschmerzen. Die waren deutlich runtergegangen. Ich weiß jetzt nicht mehr ganz genau, ob sie bei zwei oder eins waren, aber insbesondere die Hand konnte er wieder bewegen und die Schmerzen waren weg. Ja, also, der war überglücklich. Und die junge Heilerin, jung in dem Sinn, dass sie erst ein Modul von der Ausbildung hat, war auch überglücklich und ich natürlich mit, dass wir miteinander in relativ kurzer Zeit so helfen konnten und diese Freude und diese Dankbarkeit auch zu erleben. Also, da hatte ich auch so das Gefühl, die Menschen dort, die sind auch noch nicht so, ja vielleicht von ihrem Kopf und ihren Zweifeln davon abgehalten, so was für sich in Anspruch zu nehmen, sondern sie kommen einfach und vertrauen. Und das ist einfach wunderbar gewesen.

Annette Müller: Ja, genau. Da möchte ich dazu sagen, dass es nicht so einfach ist. Sie kommen einfach und vertrauen. Also die, die zu uns in die Stadt gekommen sind, die schon. Aber hier sind wir ja zu ihnen gekommen, dass einige von diesem ganzen, also, sie hat ja, glaube ich, sie beschäftigt, ja, genau, sechs Dörfer in ihrem Gelände. Also, alle aus diesen Dörfern arbeiten bei ihr. Und da kam ein kleiner Teil, kam zu diesen Heilsitzungen, weil, die anderen hatten Angst. Die anderen haben gesagt:“ Oh, das ist irgendwie, das können wir nicht einordnen, das wollen wir nicht.“ Die waren da nicht offen. Und dann hat auch, was sie uns geschildert hat, die Besitzerin, die hat gesagt, also erstmals seit über 40 Jahren hier, sehe ich diese Menschen lächeln.

Corina Klein: Mhm.

Annette Müller: Weil, diese Menschen haben keinen Grund zum Lächeln. Das Leben ist für sie hart. Das Leben ist für sie grausam. Auch wenn sie jetzt von ihr Arbeit bekommen. Es ist trotzdem so, dass sie eben in dysfunktionalen Familien leben. Also, was wir da hören, das ist ganz schrecklich. Also, die Menschen, die wir in der Stadt kennengelernt haben, das war ganz anders. Also, sie hat dann eben gesagt:“ Ich sehe zum ersten Mal meine Leute lächeln.“ Mhm. Du hast eben vorher auch immer ganz ernste Gesichter gesehen. Ganz hart. Bumm, bumm, bumm. Wie sie eben so quasi beim Laufen die Erde getreten haben. Und das ist wirklich sehr, sehr hart. Im ganzen Wesen waren sie das, und dann plötzlich: Lächeln. Wir haben da auch zum Schluss Geschenke bekommen und Blumen und Tees. Und es war wirklich wunderschön.

Corina Klein: Mhm, ja.

Ruth Kohl-Munthiu: Ja, das war mir jetzt nicht bewusst, dass so viele nicht gekommen sind.

Corina Klein: Ja, weil ihr wahrscheinlich mehr mit denen zu tun hattet, die es sich getraut haben.

Ruth Kohl-Munthiu: Also die, die da waren, die, die waren wirklich im Vertrauen. Das hat man gespürt. Das war das, was ich meinte. Ja.

Annette Müller: Junge Menschen, alte Menschen.

Ruth Kohl-Munthiu: Ja, sehr schön, Frauen und Männer.

Annette Müller: Frauen und Männer, ja.

Corina Klein: Sehr schön. Ich hatte vorhin so auch gefragt: Wie oft kommen die denn eigentlich zur Behandlung, wenn ihr da seid?

Ruth Kohl-Munthiu: Einmal in der Regel, einmal.

Corina Klein: Das finde ich auch so faszinierend. Ich glaube, das war bei Dritte Welt Heilungsthematik.

Ruth Kohl-Munthiu: Da ist es schon anders. Wobei manche sieht man auch nur einmal, wenn die halt erst in sechs Wochen oder so wieder ihre Medikamente abholen oder so, dann sieht man sie eben nicht mehr. Doch manche sind da dann schon auch wiedergekommen, gerade bei den Kindern mit Infektionen oder mit Bronchitis. Da muss man ja engmaschig abhören und so. Die kommen dann schon alle paar Tage und man hat dann sieht sie im Verlauf auch. Ja, aber hier, sie könnten öfter kommen, wenn es, wenn es jetzt mehr Möglichkeiten zeitlich und so gäbe. Aber zugleich ist natürlich schön, wenn man so einen Behandlungsplatz dann auch wieder jemand anderem anbieten kann.

Corina Klein: Oder halt nicht mehr braucht.

Ruth Kohl-Munthiu: Ja oder nicht mehr braucht.

Corina Klein: Ich muss immer noch an den denken, der seinen Rollator vergessen hat nach der Behandlung.

Annette Müller: Ja, genau, das war in Indien.

Corina Klein: Das war echt so eine süße Geschichte.

Annette Müller: Ja, Süß, ja.

Corina Klein: Also, du bringst ja auch immer wieder Videos mit, wo man dann sieht, wenn die Leute so eine eigene Spontanheilung erleben, wie glücklich die dann sind. Und gerade auch so, so ein Mann, der war im Rollstuhl. Wie der dann auf einmal herumgetanzt ist, wo drum herum alle so Angst hatten, dass der jetzt umfliegt. Und der so sagt: „Ja, ich kann laufen!“ Das ist schon immer wunderschön zu sehen. Ja. Wie ist dein weiterer Plan? Also, was möchtest du, wo geht dein Herz jetzt noch weiterhin? Du hast ja noch eine Praxis als Kinderärztin.

Ruth Kohl-Munthiu: Ja. Also, wenn ich ganz groß träumen dürfte, ich hätte sehr gerne Unterstützung in der Praxis. Oder dass jemand kommt. Man könnte da, die hat Potenzial, man könnte da ein richtiges Heilzentrum machen, wo eben nicht nur die Kinder, sondern auch Erwachsene dann Hilfe und Unterstützung finden.

Corina Klein: Wo ist sie denn?

Ruth Kohl-Munthiu: In Bad Vilbel.
Corina Klein: Bei Frankfurt.

Ruth Kohl-Munthiu: Ja, oder ein toller Heiler, Therapeut oder offener Arzt. Oder ein Investor, eine Investorin, die genau so was unterstützen? Ja, das wäre großartig. Denn ich brauche mehr Zeit, um wirklich hier jetzt auch, also als Dozentin dann an der Ecole San Esprit weiter wirken zu dürfen, um auch mit Heiler ohne Grenzen oder bei anderen Projekten, die mich auch mal ins Ausland führen, dann frei zu sein. Und natürlich möchte ich weiter heilen auch. Und das kann ich ja, oder darf ich in der Praxis, so wie sie jetzt ist, nicht. Also, da ist was im Umbruch, da geschieht auch Transformation. Und ja, ich würde gerne natürlich so viele Menschen wie möglich auch mitnehmen auf diesen Weg. Gerade auch Ärztinnen und Ärzte. Also heilen, lehren, führen, wie gesagt, führen in dem Sinne, dass ich vorausgehe und gerne einen Pfad trete, auf dem andere dann auch leichter gehen können. Die es bisher vielleicht noch nicht getan haben und altes und neues Wissen zusammenbringen. Das ist mir auch immer wichtig. Wir müssen nicht unseren Verstand an der Garderobe abgeben, der darf uns dienen, der ist wichtig. Ich bin dankbar für meinen Verstand. Aber wir dürfen uns auch wieder öffnen für das Staunen, für die Wunder, die auch möglich sind, für diese andere Ausrichtung eben auf das, was wir wirklich sind. Auf das Potenzial, das wir haben und auf Ganzheit und Vollkommenheit, auf Gesundheit.

Corina Klein: Schön. Also, ich hoffe auf diesen, diese Chance. Vor allen Dingen, weil du so viele Therapeuten jetzt auch ausbildet, dass es dann vielleicht keine Kassenarztpraxis mehr gibt oder irgendwelche Abrechnungssysteme für Leute, die chronisch krank sind oder die Herausforderungen haben, sondern dass sie sagen Du, ich gebe halt mein Auto auch in die Werkstatt und da kostet mich halt die Reparatur auch 2, 6, 8, 900 € oder 1.000 €. Und da sehe ich das vielleicht genauso auch in einer Selbstverantwortung, in einem Selbstzahler. Ich würde auch nie mich da kassenärztlich behandeln lassen, wenn ich krank bin. Das fällt für mich völlig aus. Da muss ich mir Therapeuten suchen, die meinem … meinem Resonanzprinzip schwingen. Ja, genau. Und dann haben wir dann halt irgendwann mal Heiler-Zentren, wo dann jeder quasi, es ist ja schön, wenn man nur einmal kommen muss.

Ruth Kohl-Munthiu: Ich sehe es ja auch jetzt schon. Ich habe ja eine Privatpraxis, weil ich anders nicht das machen könnte, was ich mache. In der Kassenpraxis wird es nicht gehen, einfach auf Grund struktureller Dinge und von der Zeit her. Und ich habe einige Selbstzahler, die wirklich kommen, weil sie sagen, wir möchten das, was Sie anbieten. Wir möchten, dass jemand sich Zeit nimmt. Und die sind auch alle recht zufrieden, darf ich einfach so sagen. Und das ist auch schön für mich, so macht meine Arbeit auch mehr Freude.

Corina Klein: Und das Bewusstsein, dass es auch Lebensqualität ist. Natürlich gibt es immer die Argumentation, die Leute haben weniger Geld, ist auch so. Ich sehe das natürlich auch, dass wir jetzt gerade bei uns auch gerade ältere Menschen haben, die sehr viel auf Pfandflaschen angewiesen sind. Aber dennoch, wenn es mir natürlich besser geht, habe ich natürlich auch wieder mehr Kraft, um gute Dinge zu bewirken, die vielleicht dann mir auch wiederum mein Leben erleichtern. Es ist gerade so ein bisschen, ich denke, das muss sich jetzt einfach drehen. Umso schöner, dass ihr dabei seid, die, diesen Wandel mit zu unterstützen. Vielen, vielen Dank!

Annette Müller: Ja, unser Anliegen ist es, wirklich viele Schicksale zu wenden. Und das ist nicht nur ein Wunsch, sondern wir tun es tatsächlich. Das ist sehr schön. Das macht uns auch sehr glücklich.

Corina Klein: Wie kommt man dazu, bei Heiler ohne Grenzen daran teilzunehmen?

Annette Müller: Ja, ich nehme, also, ich reise mit von mir ausgebildeten Heilern und Heilerinnen. Auch diese, die schon angefangen haben, diese Ausbildung zu machen. In fremde Länder, in Länder der Dritten Welt oder eben da, wo wir gebraucht werden, um eben diesen Campus zu veranstalten. Weil da lernst du noch mal ganz viel. Also, es ist also nicht nur das Heilen, sondern es ist eben auch die Reflexion. Es ist ja noch mal nachfragen über: „Was mache ich jetzt in dem Fall? Wie kann ich da am besten vorgehen?“ Also das ist schon toll. Es ist Teil der Ecole San Esprit. Das ist nicht jetzt eine Organisation, die Heiler von überall einsammelt und mit hinbringt, sondern das hat ganz … es ist eben ganz konkret von mir oder von uns veranstaltet.

Corina Klein: Was war für dich so dieses besondere Erlebnis? Weil, es scheint ja schon was lebensveränderndes.

Ruth Kohl-Munthiu: Mit diesem Einsatz? Ja, also was mich sehr berührt hat, eigentlich die Menschen, alle, die da waren und was geschehen durfte. Aber in der Casa Abba, das fand ich noch mal sehr besonders. Wo eben Geflüchtete aufgenommen werden, teilweise schwer traumatisierte Menschen. Da durfte ich ein Kind behandeln, ein ehemaliges Frühgeborenes, mit so einer spastischen Lähmung im Rollstuhl. Und wir haben am Anfang dieses Kind mal hinstehen lassen. Ich wollte sehen, ob sie stehen kann, was sie denn so kann. Und sie konnte kein Gewicht übernehmen auf ihre Beinchen. Also, die Knie sind immer wieder so eingesackt. Und dann habe ich die Heilbehandlung durchgeführt und dieses Kind ist wirklich unter meinen Händen tief eingeschlafen. Sie hat so tief geschlafen, dass ich sie am Ende gar nicht wecken konnte. Der Vater hat sie dann schlafend weggetragen und wir haben dann am Ende, als sie wieder im Rollstuhl saß und wach war, noch mal geschaut und sie ist mit Unterstützung wieder, also links und rechts,- der Papa und ich haben sie so ein bisschen unterm Arm gehalten, dass sie sich sicher fühlt und dann konnte sie Gewicht übernehmen und ist eigenständig ein paar Schritte, zwar etwas wackelig natürlich, aber ein paar Schritte gelaufen. Und das hat mich wirklich zu Tränen gerührt, weil ich mir gedacht habe, wenn nach einer Heilsitzung so was geschieht. Was geschieht denn wohl nach 4, 5, 6 Heilbehandlungen? Ja, ich hatte das Gefühl, dieses Kind könnte wirklich laufen lernen, könnte frei gehen. Und das sind ja so wunderbare Perspektiven. Oder eine junge Frau, die erblindet war, die blind gemacht wurde. Schreckliches Schicksal. Die am Anfang nur so dasaß und gar nicht sehen konnte und immer geführt werden musste. Die von einer Heilerkollegin geheilt worden ist. Und nachher, wie, da ist was aufgegangen. Sie hat gelächelt. Sie war, hat geradeaus in die Welt geschaut. Also, die Augen zwar immer noch verändert, aber sie konnte mehr wahrnehmen und sie konnte sich alleine eigenständig bewegen. Also, auch so was zu sehen und wie sie auf der Liege eigentlich gar nicht mehr aufstehen wollte, weil ihr das so gut, weil sie so tief gespürt hat, dass da was geschieht, was ihr unglaublich hilft. Also, das sind jetzt nur zwei Dinge, die sehr, sehr berührend waren und die ich auch nicht vergessen werde. Schön. Einfach wunderbar. Ich bin sehr dankbar.

Corina Klein: Ja, vielen, vielen Dank.

Annette Müller: Wir erleben ständig Wunder.

Corina Klein: Mhm, ja, so schön, ja. Also, ich freue mich auch immer wieder, Annette, wenn du kommst und wieder wunderbare Gäste mitbringst, mit diesen Geschichten und auch Videos und so was. Immer wieder.

Annette Müller: Dankeschön.

Corina Klein: Ja, wunderbar. Danke euch.

Annette Müller: Danke.

Ruth Kohl-Munthiu: Danke.

Corina Klein: Liebe Zuschauer. Ja, wunderschön, dass wir auch Dinge erleben dürfen, die vielleicht manchmal außerhalb unseres Verstandes sind, aber dennoch passieren. Und ich freue mich natürlich immer wieder, wenn Sie zuschauen. Vielen Dank dafür.

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